/ 05.06.2013
Wolfgang Merkel / Andreas Busch (Hrsg.)
Demokratie in Ost und West. Für Klaus von Beyme
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1425); 718 S.; 38,80 DM; ISBN 3-518-29025-8Kaum ein deutscher Politikwissenschaftler dürfte eine solche Berühmtheit - die freilich nicht mit Unumstrittenheit gleichzusetzen ist - erlangt haben wie der Jubiliar, dem anlässlich seines 65. Geburtstags diese Festschrift gewidmet ist: Mit 27 selbständig verfassten Büchern und mehr als 300 Aufsätzen zählt von Beyme nicht nur zu den produktivsten, sondern auch zu den wegweisenden Autoren der Disziplin. Der Band versammelt neben Schülern und Mitarbeitern des Jubilars eine Fülle klingender Namen aus dem In- und Ausland - was auch der Grund für das gleichwohl zu bedauernde Fehlen eines Autorenverzeichnisses sein mag. Die thematische Bandbreite der 31 Aufsätze umfasst - gegliedert nach den Bereichen Politische Theorie und der politikwissenschaftlichen Trias von Polity, Politics (verengt auf politische Akteure) und Policy - das Themenspektrum des Oeuvre von Beymes selbst. Abschließend finden sich vier Beiträge zu Fragen der europäischen Integration und Europapolitik - einem der wenigen Felder, auf denen sich der Geehrte (noch) nicht durch einschlägige Publikationen hervorgetan hat. Ein knapper Lebenslauf und ein Verzeichnis der Schriften von Beymes beschließen die Festschrift.
Inhalt: I. Politische Theorie: Jürgen Gebhardt: Zum Begriff des Politischen in der hellenischen Antike (36-54); Udo Bermbach: Ästhetik statt Politik? Eine Herausforderung an das demokratische Denken im 19. Jahrhundert (55-72); Michael Th. Greven: Die fehlende Demokratietheorie der Kritischen Theorie (73-89); Iring Fetscher: Über François Furet und das "Ende der Illusion". Thesen und Anmerkungen (90-102); Fernando Vallespín: Gerechtigkeit und Demokratie (103-121); Christine Landfried: Gegenbilder. Warum es eine Kunstpolitologie geben sollte (122-154); Ulrike Liebert: Grenzen liberaler Öffentlichkeit. Zur feministischen Demokratietheorie im Diskurs um die Clinton-Lewinsky-Affäre (155-182). II. Politische Systeme: 1. Verfassung und Demokratie im Westen: Seymour M. Lipset: The End of Political Exceptionalism? (183-209); Roland Sturm: Großbritannien heute. Ist das Modell der Westminsterdemokratie am Ende? (210-224); Udo Kempf: Die Referendumsdemokratie in der V. Französischen Republik. Ein Überblick (225-248); Dieter Nohlen: Demokratie und soziale Gerechtigkeit in Lateinamerika (249-272). 2. Verfassung und Demokratie im Osten: Mária Huber: Das Ende der Sowjetunion (273-289); Margareta Mommsen: Das "System Jelzin" - Struktur und Funktionsweise des russischen "Superpräsidentialismus" (290-309); Gerd Meyer: Kleine Lebenswelten im Sozialismus - ein ambivalentes Erbe für die politischen Kulturen in Ostmitteleuropa (310-331); Klaus Ziemer: Wie konsolidiert ist Polens Demokratie? (332-360). 3. Strukturprobleme der Demokratie: Wolfgang Merkel: Defekte Demokratien (361-381); Juan J. Linz: Democracy, Multinationalism and Federalism (382-401); Gerhard Lehmbruch: Verhandlungsdemokratie, Entscheidungsblockaden und Arenenverflechtung (402-424). III. Politische Akteure: Renate Mayntz: Gibt es eine politische Klasse in Deutschland? (425-434); Ludger Helms: Gibt es eine Krise des Parteienstaates in Deutschland? (435-454); Mario Caciagli: Die dramatische Umwandlung und das ungewisse Schicksal des italienischen Parteiensystems (455-474); Philippe C. Schmitter: Critical Reflections on the "Functions" of Political Parties and their Performance in Neo-Democracies (475-495); Frank R. Pfetsch: Von der liberalen Elitentheorie zur Theorie einer europäischen Zivilgesellschaft (496-519); Michael Windfuhr: Der Einfluß von NGOs auf die Demokratie (520-548). IV. Politikfelder: Andreas Busch: Das oft geänderte Grundgesetz (549-574); Manfred G. Schmidt: Sozialpolitik im demokratischen und im autokratischen Staat (575-591); Axel Murswieck: Zwischen Nationalisierung und Dezentralisierung. Zur Entwicklung sozialpolitischer Reformen in den USA (592-604). V. Europa(Politik): Michael Kreile: Globalisierung und europäische Integration (605-623); Jörg Ueltzhöffer: Europa auf dem Weg in die Postmoderne. Transnationale soziale Milieus und gesellschaftliche Spannungslinien in der Europäischen Union (624-652); Michael Strübel: Demokratisierung und Europäisierung. Effizienz und Effektivität der europäischen Umwelt-, Energie- und Klimapolitik (653-671); Fritz W. Scharpf: Demokratieprobleme in der europäischen Mehrebenenpolitik (672-694).
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 1.3 | 2.262 | 2.22 | 5.41 | 2.27 | 2.2 | 2.62 | 2.64 | 2.61 | 2.65 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Wolfgang Merkel / Andreas Busch (Hrsg.): Demokratie in Ost und West. Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8241-demokratie-in-ost-und-west_10866, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10866
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
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