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/ 11.06.2013
Helwig Schmidt-Glintzer

Das neue China. Von den Opiumkriegen bis heute

München: C. H. Beck 1999 (C. H. Beck Wissen in der Beck'schen Reihe 2126); 127 S.; 14,80 DM; ISBN 3-406-44726-0
Nach chinesischer Auffassung beginnt die Geschichte des neuzeitlichen China mit den Opiumkriegen und die Gegenwart beginnt mit der Bewegung des 4. Mai 1919. Der Autor, Professor für ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaft, folgt dieser Sichtweise und beginnt seine chronologische Einführung in die neuere und neueste Geschichte Chinas mit der Phase zunehmender Fremdbestimmung im 19. Jahrhundert. Im Folgenden wird entlang der bedeutendsten Ereignisse der letzten 150 Jahre ein Bild Chinas als Teil der Geschichte Ostasiens sowie im Kontext internationaler Verflechtungen und Interdependenzen skizziert. Das Buch gibt eine kurze, lesenswerte Darstellung der wichtigsten Ereignisse wieder und folgt damit dem bereits 1995 vom selben Autor publizierten Band "Das Alte China". Im Mittelpunkt stehen die immer wieder aufflammenden Debatten um die Wahrung der Identität Chinas angesichts der vor allem mit dem Westen assoziierten Modernisierungsbestrebungen. Die kompakte Art der Darstellung macht erforderlich, dass z. B. die Hundert-Tage-Reform auf eineinhalb Seiten beziehungsweise der Lange Marsch auf einer Seite abgehandelt werden. Zudem sind die wenigen Karten noch nicht auf dem neuesten Stand, so zeigt die Verwaltungsgliederung noch die Zeit vor 1987. Die sinnvolle Gliederung, eine Zeittafel, das Register und Hinweise zur vertiefenden Lektüre empfehlen das Buch aber als ersten kurzen Überblick und als Einführung in die wichtigsten Etappen der jüngeren Geschichte der VR China. Inhalt: I. Das Ende des Kaiserreiches (1839-1911); II. Politische Wirren und die Suche nach einem Neuanfang (1912-1927); III. Revolutionsmodelle im Widerstreit (1927-1937) und antijapanische Einheitsfront (1937-1945); IV. Jahre des Übergangs und das Ende des sowjetischen Vorbilds (1945-1960); V. Chinas wechselnde Identitäten und die fünfte Modernisierung (ab 1960); VI. Chinas Aufbruch ins 21. Jahrhundert.
Thomas Henzschel (TH)
Dr., Auswärtiges Amt, Arbeitsstab Iran.
Rubrizierung: 2.68 Empfohlene Zitierweise: Thomas Henzschel, Rezension zu: Helwig Schmidt-Glintzer: Das neue China. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10570-das-neue-china_12494, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12494 Rezension drucken
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