Skip to main content
/ 22.06.2013
Matthias S. Fifka

Corporate Citizenship in Deutschland und den USA. Gemeinsamkeiten und Unterschiede im gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen und das Potential eines transatlantischen Transfers

Wiesbaden: Gabler 2011 (Gabler Research: neue betriebswirtschaftliche forschung 378); XIII, 413 S.; 59,95 €; ISBN 978-3-8349-2941-9
Habilitationsschrift Erlangen-Nürnberg. – Es sei falsch, Corporate Citizenship als eine kurzzeitige Modeerscheinung zu verstehen, schreibt der Autor. Die in den vergangenen Jahren geführte politische und wissenschaftliche Debatte über das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen sei vielmehr Ausdruck eines in den Unternehmen und ihrem Umfeld stattfindenden Wandels, verursacht durch eine schwindende Handlungsmacht des Staates. Seit der Jahrtausendwende seien die Grenzen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durchlässiger geworden. Während Corporate Citizenship in den USA zum Selbstverständnis der Unternehmen gehöre und eine lange Tradition habe, sei freiwilliges soziales Engagement von Unternehmen in Deutschland mit einigen „Annäherungsschwierigkeiten“ verbunden. „Im amerikanischen Gesellschaftsverständnis ist es unproblematisch, wenn ein Akteur […] mit seinem gesellschaftlichen Engagement auch eigene Interessen verknüpft […]. In der deutschen Auffassung hingegen wurden ein Einsatz für andere und die Verfolgung persönlicher Anliegen stets als miteinander unvereinbar angesehen.“ (7) Vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen nationalen Kontexte unternimmt Fifka eine Bestandsaufnahme über Ziele, Umfang, Formen und Methoden des Corporate Citizenship der jeweils größten 100 Unternehmen in Deutschland und den USA auf der Grundlage eigener und anderer empirischer Erhebungen. In seiner ausführlichen Darstellung geht er u. a. auf die Unternehmensziele und Engagementbereiche, die eingesetzten Ressourcen und Instrumente, die Kooperation mit externen Partnern sowie die Berücksichtigung von Anspruchsgruppen ein. Auf der Basis der analysierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede erörtert Fifka die Möglichkeiten eines transatlantischen Transfers sowohl von den USA nach Deutschland als auch in umgekehrter Richtung und formuliert Handlungsempfehlungen für die untersuchten Teilbereiche. Für Deutschland sieht er die größte Herausforderung in der Überwindung der Staatszentrierung und der Aufgabenteilung zwischen privaten und staatlichen Akteuren.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.222.3312.64 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Matthias S. Fifka: Corporate Citizenship in Deutschland und den USA. Wiesbaden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34568-corporate-citizenship-in-deutschland-und-den-usa_41524, veröffentlicht am 12.04.2012. Buch-Nr.: 41524 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA