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/ 21.06.2013
Bjørn Lomborg

Cool it. Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten. Aus dem Englischen von Werner Roller

München: Deutsche Verlags-Anstalt 2007; 271 S.; geb., 16,95 €; ISBN 978-3-421-04353-5
Lomborg, der an der Copenhagen Business School lehrt und Direktor des Copenhagen Consensus Center ist, schließt mit dieser Analyse an sein Buch „Apocalypse No!“ von 2002 (siehe ZPol-Nr. 19993) an – er fragt wieder nach der richtigen Prioritätensetzung für ein sinnvolles politisches Handeln. Dazu unterzieht er die Szenarien der Klimakatastrophe einer Prüfung und kommt zu dem Ergebnis, dass die globale Erwärmung eine Tatsache ist; „ihre Konsequenzen sind weitreichend und größtenteils negativ“ (136). Die Fixierung weiter Teile der Staatengemeinschaft auf eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes als Antwort auf diese bedrohliche Entwicklung hält er aber für grundlegend falsch. Lomborg argumentiert, dass die Auswirkungen der Erwärmung keineswegs so drastisch sind, dass sie die Bindung großer finanzieller Mittel rechtfertigen – durch den Klimawandel werden sogar jedes Jahr 1,4 Millionen Menschen weniger sterben (die Zahl der Kältetoten ist bisher vielfach höher als die der Hitzeopfer, bei wärmeren Temperaturen treten weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf). Eine Ausnahme stellten die armen Entwicklungsländer vor allem in Afrika dar, wo mehr Menschen sterben werden im Vergleich zu denen, deren Leben durch die Erwärmung gerettet wird. Von diesem pragmatischen Ansatz aus errechnet Lomborg, wie wenig Menschen mit den für die Erfüllung des Kyoto-Protokolls eingesetzten Mittel gerettet werden und was mit diesem Geld tatsächlich erreicht werden könnte, zum Beispiel durch die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und die Bekämpfung der Malaria. Lomborg ist der Ansicht, dass die meisten der heute armen Staaten zum Zeitpunkt des tatsächlichen Auftretens von Umweltveränderungen infolge der globalen Erwärmung zu ausreichend Wohlstand gekommen sein könnten – auch durch eine sinnvoll eingesetzte Hilfe für Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung – und sich dann selbst schützen werden. Der globalen Erwärmung sollte deshalb nicht nur durch eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die Entwicklung von CO2-armen Energietechnologien begegnet werden, sondern vor allem auf einem sozialen Weg.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.452.2612.24.44 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Bjørn Lomborg: Cool it. München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28865-cool-it_34068, veröffentlicht am 09.05.2008. Buch-Nr.: 34068 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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