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/ 22.05.2014
Quentin Michel / Sylvain Paile / Maryna Tuskonova / Andrea Viski

Controlling the Trade of Dual-Use Items. A Handbook

Brüssel u. a.: Peter Lang 2013 (Non-Proliferation & Security 9); 122 S.; 38,50 €; ISBN 978-3-0352-6352-7
Einem so eng zugeschnittenen Thema wie der Handelskontrolle von Gütern, die zivile wie militärische Nutzungsoptionen zulassen, gleich ein Handbuch zu widmen, erstaunt auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch die Komplexität einer Materie, die – hinsichtlich des Aspekts größtmöglicher Zerstörungs‑ und Vernichtungswirkung – ein militärgeschichtlich bereits sehr altes, bis in das 5. Jahrhundert vor Christus zurückreichendes Problem darstellt: Wie kann angesichts einer immer stärkeren Ausdifferenzierung technischer Möglichkeiten und einem sich immer weiter ausbreitenden Welthandel sichergestellt werden, dass bestimmte technische Geräte – die Autor_innen verweisen auf die in diesem Zusammenhang leider auch in der Realität immer wieder auftretende Proliferation von Kerntechnik – nur dann gehandelt werden, wenn sichergestellt ist, dass sie nicht missbraucht werden. Für die Autor_innen steht hierzu das Instrument der Ausfuhrkontrolle an erster Stelle: Da letztlich nicht a priori sichergestellt werden kann, was ein Adressat mit den ihm zur Verfügung stehenden technischen Mitteln unternimmt, gilt es für die Staatengemeinschaft einen Überblick über die Verbreitung relevanter Techniken, Materialien und Ausrüstungsgegenstände zu behalten. Von dieser Einschätzung her erklärt sich der dreigeteilte Fokus des Bandes, der auf die Grundlagen von Kontrolle, den Gegenstand der Kontrolle und schließlich ihre Durchführung gerichtet ist. Langfristig sei ein umfassender Überblick über die relevanten Handelsströme und die in sie involvierten Akteure anzustreben. Eine solche netzwerk‑ und prozessorientierte Form der Umsetzung sei, so beklagen die Autor_innen, durch den Begriff der Exportkontrolle nur sehr unzulänglich beschrieben. Sie plädieren stattdessen für die Implementierung eines strategischen Managements des einschlägigen Warenverkehrs, das etwa durch die Vereinten Nationen sichergestellt werden könnte.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.412.644.223.6 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Quentin Michel / Sylvain Paile / Maryna Tuskonova / Andrea Viski: Controlling the Trade of Dual-Use Items. Brüssel u. a.: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37103-controlling-the-trade-of-dual-use-items_45318, veröffentlicht am 22.05.2014. Buch-Nr.: 45318 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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