/ 17.06.2013
Gunter Schubert (Hrsg.)
China: Konturen einer Übergangsgesellschaft auf dem Weg in das 21. Jahrhundert
Hamburg: Institut für Asienkunde 2001 (Mitteilungen des Instituts für Asienkunde 344); 419 S.; 35,- €; ISBN 3-88910-261-1Seit der Einleitung der Reformpolitik unter Deng-Xiaoping im Jahre 1978 befindet sich China in einem anhaltenden Transformationsprozess. Anders als die kommunistischen Machteliten der ehemaligen Ostblockstaaten in Europa hat Chinas KP sich jedoch bisher an der Macht halten können. Es ist allerdings immer noch völlig unklar, wohin der Transformationsprozess führen wird. Wie Sandschneider gleich im ersten Beitrag deutlich macht, ist insbesondere die Frage der möglichen Demokratisierung Chinas noch gänzlich offen. Aber auch auf anderen Gebieten erweist sich, dass China mit einer Reihe von Problemen kämpft, deren Lösung grundlegende Weichenstellungen voraussetzt, die zur Zeit jedoch noch nicht zu erkennen sind. Wer von dem Buch also klare Zukunftsperspektiven für die Entwicklung der Volksrepublik China erwartet, wird enttäuscht werden. Der Sammelband bietet dennoch eine hervorragende Übersicht über den Stand des chinesischen Transformationsprozesses, geschrieben von ausgewiesenen Experten.
Inhalt: Eberhard Sandschneider: Demokratisierung in China? Perspektiven des politischen Wandels (21-34); Ding Ding: Regimeopposition als Träger der chinesischen Demokratiebewegung (35-53); Gunter Schubert: Still in Search of Wealth and Power? Nationalismus und nationale Identität im China des beginnenden 21. Jahrhunderts (55-80); Thomas Heberer: Die Nationalitätenfrage am Beginn des 21. Jahrhunderts. Konfliktursachen, ethnische Reaktionen, Lösungsansätze und Konfliktprävention (81-133); Markus Taube: Fit für das nächste Jahrhundert? Die Wachstumsfaktoren der chinesischen Volkswirtschaft auf dem Prüfstand (135-181); Carsten Herrmann-Pillath: Staatliche Kapazität, Regulation und Krise: Systemerbe und Globalisierung in der chinesischen Transformation (183-234); Peter Heck: Nachhaltige Entwicklung oder nachhaltige Katastrophe? Chinas Umweltkrise und der Primat der Ökonomie (235-266); Monika Schädler: Im Angesicht von Arbeitslosigkeit und Depravierung - Gegenwart und Zukunft der chinesischen sozialen Sicherung (267-295); Doris Fischer: Zwischen xiahai und xiagang: Der Wandel des chinesischen Arbeitsmarktes und seine gesellschaftlichen Folgen (297-323); Gu Xuewu: Neue Konstellation und alte Strategie: Chinas Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes (325-340); Frank Umbach: Geostrategische und geoökonomische Aspekte der chinesischen Sicherheits- und Rüstungspolitik zu Beginn des 21. Jahrhunderts - Die Verknüpfung traditioneller Sicherheitspolitik mit Ressourcenfragen im geopolitischen Denken Chinas (341-404); Oskar Weggel: Ein Staat oder zwei? - Aporien der Taiwanfrage (405-418).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.68
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Gunter Schubert (Hrsg.): China: Konturen einer Übergangsgesellschaft auf dem Weg in das 21. Jahrhundert Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16090-china-konturen-einer-uebergangsgesellschaft-auf-dem-weg-in-das-21-jahrhundert_18442, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18442
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M. A., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA