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/ 04.06.2013
Willem van Kemenade

China AG. Maos Utopie und die Macht des Marktes. Aus dem Amerikanischen von Frank Wolf

München: Karl Blessing Verlag 1997; 574 S.; geb., 49,90 DM; ISBN 3-89667-036-0
Seit einigen Jahren wird in der Forschung und in der breiten Öffentlichkeit mehr und mehr das Potential der Volksrepublik China, eine ökonomische Großmacht zu werden, thematisiert. Van Kemenade, ein niederländischer Wirtschaftsjournalist, der 18 Jahre lang in Asien arbeitete, deutet mit seinem Buchtitel an, daß China in bezug auf den wirtschaftlichen Erfolg dem bisherigen asiatischen Musterknaben Japan, der oftmals unter dem Stichwort "Japan AG" behandelt wurde, nacheifert und ihn in absehbarer Zeit überflügeln könnte. Das Thema des Buchs ist die Wandlung Chinas weg vom Sowjetkommunismus hin zu einem Kapitalismus asiatischer Prägung. Eine wesentliche Rolle spielt für den Autor dabei die Vereinigung der Volksrepublik mit Hongkong und die schon seit einigen Jahren immer enger werdenden Wirtschaftskontakte zu Taiwan. Die Beziehungen zwischen diesen drei Systemen werden ausschlaggebend für die Zukunft Chinas sein. Die rasante ökonomische Entwicklung vollzieht sich allerdings vor dem Hintergrund erheblicher innenpolitischer Spannungen, die durchaus das Potential für unkontrollierbare Entwicklungen in sich tragen. Inhalt: 1. Die Anatomie der drei Systeme; 2. Die Integration der drei Systeme, die Entstehung neuer Hongkongs und die Erosion des Kommunismus; 3. Wirtschaftliches Superwachstum und politische Stagnation; 4. Regionalismus gegen Zentralismus, Interdependenz und Transnationalismus.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.682.2622.224.22 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Willem van Kemenade: China AG. München: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3883-china-ag_5531, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 5531 Rezension drucken
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