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/ 21.06.2013
Urs Schoettli

China – Die neue Weltmacht

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2007; 239 S.; brosch., 22,- €; ISBN 978-3-506-76405-8
Der Korrespondent der Neuen Züricher Zeitung plädiert dafür, China dabei zu helfen, „seinen Platz unter den grossen Mächten der Erde“ (8) zu finden. Dazu sei es nötig, Chinas Geschichte und die großen Leistungen im Rahmen seines Modernisierungsprozesses zu verstehen. Dazu will er mit seinem Buch einen Beitrag leisten. Schoettli betont, wie wichtig es ist, das revolutionäre Grundelement in der an Umbrüchen reichen chinesischen Geschichte zu erkennen. Andernfalls sei „eine zutreffende Analyse der politischen Risiken im zeitgenössischen China nicht möglich“ (17). Unter anderem könne man nur so verstehen, dass die heutige Führungsschicht mit ihrer brüchigen Legitimität sich mit großen Herausforderungen konfrontiert sehe. Nicht zuletzt gehört für Schoettli dazu der große Reformstau, der sich in dem Riesenreich trotz des großen wirtschaftlichen Erfolgs aufgetürmt hat. Sowohl in politischer als auch in gesellschaftlicher und selbst in ökonomischer Hinsicht stehe das Land vor großen inneren Problemen. Die Widersprüche zwischen der de facto kapitalistisch organisierten Wirtschaft und der politischen und informationellen Unfreiheit mache das Leben für viele in den aufstrebenden chinesischen Städten schwierig. Das wachsende Wohlstandsgefälle zwischen Stadt und Land führe zusätzlich zu Verwerfungen. „Heute droht das Riesenreich in einen Kosmos mit einer Vielzahl von drastisch verschiedenen Lebenserfahrungen zu zerfallen.“ (115) Gleichwohl betont Schoettli das ungeheure kulturelle und intellektuelle Potenzial, das in China schlummert und gerade auch wieder erwacht. Er hält es deshalb für unverzichtbar, sich unvoreingenommen und ohne Klischees mit dem Land zu beschäftigen. Zwar sieht er große Risiken und Defizite in China, aber er ist im Hinblick auf dessen künftige Rolle in der Welt doch eher optimistisch: „China als Weltmacht nicht nur in wirtschaftlicher und politischer, sondern auch in intellektueller Hinsicht ist eine beispiellose Bereicherung für die gesamte Welt.“ (223)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.682.22.224.22 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Urs Schoettli: China – Die neue Weltmacht Paderborn u. a.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27464-china--die-neue-weltmacht_32186, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32186 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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