/ 04.06.2013
Michael W. Weithmann
balkan-chronik. Die Türkei im Spannungsfeld zwischen Nahost und Europa
München: Wilhelm Heyne Verlag 1997; 468 S.; 16,90 DM; ISBN 3-453-13196-7Seitdem die Türkei im Jahre 1987, 24 Jahre nach Abschluß des Assoziationsabkommens, einen formellen Antrag auf Vollmitgliedschaft in der EG stellte, steht die Frage einer EU-Vollmitgliedschaft des Landes an der geographischen Südost-Flanke Europas auf der politischen Tagesordnung. Einerseits bestehen ob ihrer desolaten wirtschaftlichen Situation, ihres mangelnden Menschenrechtsverständnisses, des Kriegs in Kurdistan und nicht zuletzt wegen ihrer nichtabendländischen Kultur nachhaltige Bedenken; andererseits gilt die Türkei aufgrund ihrer geo-strategischen Lage, in dessen Folge ihr wichtiger Einfluß auf den Nahen Osten, den Kaukasus und die Schwarzmeer-Region zugesprochen wird, als zu wichtig, als daß ihre Interessen einfach ignoriert werden könnten. Zudem hat sich die Türkei seit vielen Jahrzehnten gesellschaftlich und vor allem politisch auf den Westen zubewegt. Der Autor zeichnet diesen Gang der Türkei nach Europa historisch mit dem Ziel nach, eine "Entscheidungshilfe" (14) bei der Frage der Vollmitgliedschaft in der EU zu liefern. Eine Zeittafel ergänzt die Ausführungen. Dagegen verzichtete der Autor bedauerlicherweise gänzlich auf Quellennachweise und auf eine umfangreiche Bibliographie.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.63
Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Michael W. Weithmann: balkan-chronik. München: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3920-balkan-chronik_5581, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5581
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Dipl.-Politologe.
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