/ 05.06.2013
Askim Bozkurt
Außenpolitische Dimensionen des Kurdenproblems in der Türkei
Hamburg: Deutsches Orient-Institut 1997 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft des Vorderen Orients); 397 S.; 65,- DM; ISBN 3-89173-047-0Diss. - Die Autorin knüpft an ihre Magisterarbeit ("Das Kurdenproblem in der Türkei. Die Manifestation und Konsolidierung des ethnischen Konflikts und die Frage seiner Lösung", Frankfurt a. M. u. a. 1994) an, in der zwar Lösungsmöglichkeiten des Konflikts diskutiert wurden, die Frage nach Gründen der Nicht-Lösung aber offen blieb. Aus der Tatsache, daß die Türkei keine Schritte zur Beilegung des Konflikts einleitet, folgert Bozkurt die These, evtl. wolle oder könne das türkische System das Kurdenproblem gar nicht lösen (17). Diese Vermutung nimmt die Autorin zum Anlaß, "das Problem aus der Sicht des türkischen Systems bzw. seines Selbstverständnisses zu untersuchen und der Frage nachzugehen, ob dieses der Wahrnehmung des Kurdenproblems hinderlich ist" (18). Neben einer innenpolitischen Dimension habe die Problematik aufgrund der Funktionalisierung der Kurdenfrage durch die Nachbarstaaten eine regionale und wegen des besonders seit dem letzten Golfkrieg gewachsenen weltöffentlichen Interesses und der damit erhöhten Involvierung europäischer Staaten und der USA eine internationale, mithin also auch eine außenpolitische, Dimension. "Daraus folgt, daß sich die Türkei mit Herausforderungen konfrontiert sieht, die sie außenpolitisch bewältigen muß. In dieser Hinsicht gilt es zu klären, wie sich das türkische System das 'Kurden- bzw. Terrorproblem' [die Autorin mag sich hier leider nicht ganz von der offiziellen, speziell motivierten türkischen Terminologie trennen] außenpolitisch zunutze machen kann, um seine staatliche Integrität als sein wesentliches nationales Interesse zu bewahren." (20) Als theoretischen Rahmen modifiziert und erweitert Bozkurt das Modell des "Policy Cycles, dem das Eastonsche Input-Output-Modell zugrunde liegt" (25). Die Autorin stützt sich auf umfangreiche Literaturrecherchen und einige Experteninterviews, die sie während mehrerer Forschungsaufenthalte in der Türkei (nicht aber in Kurdistan selbst) und in Deutschland führte.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.63 | 4.22 | 2.25 | 4.41 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Askim Bozkurt: Außenpolitische Dimensionen des Kurdenproblems in der Türkei Hamburg: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7222-aussenpolitische-dimensionen-des-kurdenproblems-in-der-tuerkei_9643, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9643
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