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/ 19.06.2013
Josef Martin Niederberger

Ausgrenzen, Assimilieren, Integrieren. Die Entwicklung einer schweizerischen Integrationspolitik

Zürich: Seismo 2004 (Sozialer Zusammenhalt und kultureller Pluralismus); 158 S.; 18,50 €; ISBN 3-03777-003-1
Die Entwicklung des Aufenthalts- und Niederlassungsrechts - also die rechtliche Dimension der Integration - steht im Mittelpunkt dieser Studie. Der Soziologe Niederberger beginnt seine Analyse in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, in der er „Parallelen zu Entwicklungen und Themenstellungen“ findet, „wie sie dann [...] in ‚unserer' Periode der Einwanderung“ (9) wieder auftauchen - wozu die Angst vor zu vielen Ausländern im Land gehöre. Ferner zeigt er, wie das Modell einer „rotierende[n] Migration“ (152) bereits in den Fünfzigerjahren kippte. Die Einwanderer ließen sich nicht für eine kurze Aufenthaltdauer anlocken - schon gar nicht ohne die Möglichkeit, ihre Familien nachzuholen. Immerhin konkurrierte die Schweiz mit anderen Ländern, wie mit der Bundesrepublik Deutschland, die ebenfalls Arbeitskräfte suchten. Niederberger kommt zu dem Ergebnis, dass die schweizerische Bundesregierung in den vergangenen 25 Jahren „integrationsfreundlicher“ war als eine „(schmale) Mehrheit des Volkes und der Kantone“ (154). Die Regierung habe die Einbürgerung der zweiten Einwanderergeneration erleichtern wollen. Während die Bevölkerung knapp zustimmte, wurde die Mehrheit der Kantone (aus „Xenophobie und Misstrauen gegenüber dem Bundesrat“ [141]) verfehlt - im Ergebnis bleibt die schweizerische Integrationspolitik nach Ansicht des Autors unzulänglich.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.52.212.23 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Josef Martin Niederberger: Ausgrenzen, Assimilieren, Integrieren. Zürich: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20474-ausgrenzen-assimilieren-integrieren_23866, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23866 Rezension drucken
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