/ 20.06.2013
Stephan Hollensteiner
Aufstieg und Randlage. Linksintellektuelle, demokratische Wende und Politik in Argentinien und Brasilien
Frankfurt a. M.: Vervuert Verlag 2005 (Bibliotheca Ibero-Americana 104); 462 S.; 48,- €; ISBN 978-3-86527-239-3Politikwiss. Diss. Frankfurt. – Am Beispiel von Intellektuellengruppen aus der Generation der kritischen Soziologie untersucht Hollensteiner den Wandel der Intellektuellen im Transitionsprozess von Autoritarismus zu Demokratisierung. Der Untersuchungszeitraum umfasst die Jahre von 1960 bis 1995. Hollensteiner liefert zunächst eine umfassende ereignisgeschichtliche Darstellung der Entwicklungswege vor dem Hintergrund des jeweiligen nationalen zeitgeschichtlichen Kontexts und unternimmt dann einen Ländervergleich, der sich u. a. den Themen Vergangenheitsbewältigung, Revision marxistischer Ideen und Entwurf einer liberaldemokratischer Ordnung widmet. Von besonderem Interesse sind die Wechselverhältnisse zwischen Anspruch (Selbstgewählte Ideen und Organisationsformen) und Wirklichkeit (tatsächliches Handeln und Handlungsspielräume), zwischen Politisierung und Professionalisierung. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass „die Linksintellektuellen das öffentliche oder politische Engagement nicht aufgegeben, sondern entdogmatisiert und gewandelt [haben]. Sie lösten sich aus der Vereinnahmung durch den autoritären Staat oder revolutionäre Bewegungen und begannen, als autonome Stimmen in der Öffentlichkeit zu sprechen oder an der Seite demokratischer Akteure in Öffentlichkeit, Parteien und Zivilgesellschaft zu wirken.“ (402)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.65 | 2.2 | 2.22 | 2.24
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Stephan Hollensteiner: Aufstieg und Randlage. Frankfurt a. M.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25177-aufstieg-und-randlage_29157, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29157
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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