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/ 21.06.2013
Susanne Weigelin-Schwiedrzik / Agnes Schick-Chen / Sascha Klotzbücher

As China Meets the World. China's Changing Position in the International Community

Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2006 (Beiträge zur Kultur- und Geistesgeschichte Asiens 50); 210 S.; brosch., 31,20 €; ISBN 978-3-7001-3644-6
China hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Entwicklungsland zu einer der führenden Weltwirtschaftsmächte gewandelt. Wie dieser Prozess ablief und wie Chinas Integration in die Weltgemeinschaft die Zustände im Land selbst beeinflusste, war Gegenstand einer internationalen Konferenz, die im Mai 2004 in Wien stattfand. Der Band enthält eine Auswahl der dort gehaltenen Vorträge, wobei der Schwerpunkt auf historisch-politischen und juristischen Aspekten liegt. Zur Standortbestimmung analysieren Susanne Weigelin-Schwiedrzik und Nele Noesselt anhand zweier grundlegender Papiere die wichtigsten Aspekte der Beziehungen zwischen der EU und China. Sie weisen nach, dass der Wille zur Kooperation von fundamental unterschiedlichen strategischen Interessen sowohl in ökonomischer als auch in politischer Hinsicht behindert wird. Tom Grunfeld wirft einen Blick auf das Tibet-Problem und kommt zu einem ungewöhnlichen Schluss: Es sei zwar gelungen, Tibet ganz oben auf der internationalen Medien-Agenda anzusiedeln, dies könne sich jedoch langfristig als Pyrrhus-Sieg herausstellen. Je massiver die internationale Forderung nach Unabhängigkeit vorgetragen werde, desto schwieriger die Lage für die in Tibet lebenden Tibeter. Es nütze auch nichts, sie immer noch zu romantisieren und ihnen das Klischee des edlen Wilden überzustreifen. Einen weiteren völkerrechtlich umstrittenen Konflikt untersucht Judith Hufnagel in ihrem informativen Beitrag über das Taiwan-Problem. Sie sieht auf absehbare Zeit keine Chance für eine Lösung, die die unvereinbaren Positionen der Volksrepublik und Taiwans zusammenbringt. Eng mit diesem Artikel verbunden ist das Thema des letzten, politikwissenschaftlich interessanten Beitrags: John K. T. Chaos Darstellung des Ringens um die Vertretung Chinas in den Vereinten Nationen. Es wird deutlich, dass bei der Anerkennung des Alleinvertretungsanspruchs der Volksrepublik China im Jahre 1971 die Macht des Faktischen eine große Rolle spielte. Taiwan hatte nach langem Hinauszögern (auch mithilfe der USA) keine Chance mehr gegen die ungleich machtvollere Volksrepublik.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.684.223.62.642.214.3 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Susanne Weigelin-Schwiedrzik / Agnes Schick-Chen / Sascha Klotzbücher: As China Meets the World. Wien: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27929-as-china-meets-the-world_32817, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32817 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA