/ 04.06.2013
Thomas Gebhardt
Arbeit gegen Armut. Die Reform der Sozialhilfe in den USA
Opladen: Westdeutscher Verlag 1998; 282 S.; kart., 62,- DM; ISBN 3-531-13116-8Überarbeitete Diss. FU Berlin; Erstgutachter: H. Joas. - Warum ist es in den USA nicht gelungen, die Armut zu beseitigen? Dieser Frage geht der Autor anhand der Untersuchung der amerikanischen Workfare, auch Welfare-to-Work genannten Programme nach. Bei dieser Art von Sozialhilfepolitik sind Bezieher von Sozialhilfemaßnahmen bei drohendem Verlust der Bezüge verpflichtet, sich eine Arbeit zu suchen oder an Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen. In den ersten drei Kapiteln werden Armut und Sozialhilfe unter soziologischen und theoretischen Gesichtspunkten betrachtet. In den darauf folgenden fünf Kapiteln nimmt der Autor eine Analyse der US-amerikanischen Sozialhilfepolitik von 1967 bis 1996 vor und stellt zentrale Reformmaßnahmen heraus, die seiner Einschätzung nach für die Einrichtung der Workfare-Politik von Bedeutung waren. Gebhardt kommt zu dem Ergebnis, daß die Durchsetzungsfähigkeit der Workfare-Politik auf einem institutionellen Arrangement basierte, das die Chancen alternativer Sozialhilfemaßnahmen minimierte. Die drei wichtigsten Erklärungsfaktoren für die Institutionalisierung dieser Sozialhilfepolitik liegen nach Ansicht des Autors in den formellen institutionellen Regelungswerken, den Prozessen der Entscheidungsfindung und in einem allgemeinen Diskurswandel begründet.
Martina Böhner (Bö)
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Rubrizierung: 2.262 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Martina Böhner, Rezension zu: Thomas Gebhardt: Arbeit gegen Armut. Opladen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5156-arbeit-gegen-armut_6775, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6775
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