/ 05.06.2013
Christian Goebel
Am Ende des Regenbogens. Einwanderung, Fremdenfeindlichkeit und Nation-Building in Südafrika
Frankfurt a. M.: IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation 1999 (ISSA Wissenschaftliche Reihe 25); 352, IV S.; 46,80 DM; ISBN 3-88939-468-XDiss. Marburg. – Auch nach dem Ende der Apartheid sieht sich Südafrika mit einer anhaltenden Migrationsproblematik konfrontiert. Regionale Konflikte und die Verschärfung der ökonomischen Situation von Entwicklungsländern in der Region führen zu einer Zunahme irregulärer Migration. "Für Südafrika und die Region bedeutet dies eine Verschiebung der Migrationsmuster: weg von dem durch die Apartheidsregierungen geförderten Wanderarbeitssystem, hin zu unorganisierten Migrationsbewegungen, die insbesondere eine Transformationsgesellschaft wie die Südafrikas zunehmend vor Probleme stellen." (10) In der Untersuchung werden mit Hilfe der Politikfeldanalyse migrationstheoretische Grundlagen, die Geschichte der Migration nach Südafrika sowie die Migrationsmuster nach dem Ende der Apartheid erörtert. Das zentrale Element der Untersuchung bildet dabei die Policy-Input-Ebene. "Untersuchungsziele sind die Strukturierung und Analyse des öffentlichen Diskurses um Einwanderung, die Herausarbeitung der Input-Faktoren in den politischen Prozeß und die Analyse der strategischen Argumentations- und Handlungsmuster, vor deren Hintergrund politische Entscheidungen im politischen Bereich getroffen werden." (13) In einem abschließenden Teil versucht der Autor einen Zusammenhang zwischen den Diskursen um Migration und um die des Nationbuildings nachzuweisen. "Der Versuch, Migranten als Sündenböcke für politische Fehlentwicklungen heranzuziehen, ist ein weltweit immer wieder zu beobachtendes Phänomen. Typisch für die südafrikanische Situation ist die Übertragung des aus der Apartheidzeit bekannten In- und Outsider-Denkens auf neue gesellschaftliche Gruppen, die in Nationbuilding-Konzeptionen eingebaut wird. Es ist der Versuch zu beobachten, das in dem einleitenden Zitat gezeichnete inklusive und integrierende Bild der Rainbow Nation als exklusives Symbol im Sinne des Slogans 'Südafrikaner zuerst!' umzudenken." (326)
Thomas Morick (TM)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.67 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Thomas Morick, Rezension zu: Christian Goebel: Am Ende des Regenbogens. Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7357-am-ende-des-regenbogens_9800, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9800
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Dipl.-Politologe.
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