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/ 22.06.2013
Hana Horáková / Paul Nugent / Peter Skalnik (Hrsg.)

Africa: Power and Powerlessness

Berlin: Lit 2011; 174 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-11187-6
In Afrika scheint Macht ungleicher verteilt als auf anderen Kontinenten. Politische Ämter befinden sich in den Händen geschlossener Eliten. Weite Teile der Bevölkerung haben kaum Zugang zu grundlegenden Machtressourcen wie Bildung und Einkommen und sind nur unzureichend an Entscheidungsprozessen beteiligt. Für die Autoren und Autorinnen des Bandes ist das Grund genug, nach der (Re-)Produktion von Macht und Ohnmacht auf dem afrikanischen Kontinent zu fragen. Was den Band besonders auszeichnet ist die Tatsache, dass die endemischen sozialen und politischen Verhältnisse mit zwei unterschiedlichen Konzepten von Macht erschlossen werden. Während die Beiträge der ersten Sektion einem Weber’schen, klassisch politikwissenschaftlichen Machtkonzept folgen, liegt den Beiträgen der zweiten Sektion ein Foucault’scher, relationaler Begriff von Macht zugrunde. So versuchen die Autoren mit dem Band zu leisten, was klassisch politikwissenschaftlichen Machtanalysen oft entgeht. Sie machen auf jene Machtprozesse aufmerksam, die sich hinter der Fassade formaler, politischer Institutionen abspielen, aber konstitutiv für konkrete soziale Ordnungen und Hierarchien sind. Besondere Erwähnung verdienen die Beiträge Paul Nugents und Vanessa Wijngaardens. Anhand eines Cross-National-Vergleiches zwischen Ghana, Togo, Gambia und Senegal plädiert der Professor für Afrikanische Geschichte dafür, dass den jeweiligen staatlichen Institutionen entgegen dem weit verbreiteten Stereotyp der scheiternden, ohnmächtigen afrikanischen Staaten eine aktive Rolle in der Sozial- und Wirtschaftspolitik zugemutet wird. Wijngaarden konzentriert sich auf die Armutspolitik der Weltbank. Über eine Analyse offizieller Dokumente der Weltbank arbeitet die Afrikanistin heraus, inwiefern die moralische Pflicht zur Armutsreduktion, wie sie von der Weltbank formuliert wird, die lokale Ungleichverteilung von Einkommen und Macht verfestigt.
Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.672.22.232.274.3 Empfohlene Zitierweise: Marius Hildebrand, Rezension zu: Hana Horáková / Paul Nugent / Peter Skalnik (Hrsg.): Africa: Power and Powerlessness Berlin: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33982-africa-power-and-powerlessness_40725, veröffentlicht am 22.12.2011. Buch-Nr.: 40725 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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