/ 22.06.2013
Markus Krajewski / Fikremarkos Merso Birhanu (Hrsg.)
Acceding to the WTO from a Least-Developed Country Perspective. The case of Ethiopia
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2011 (Studien zum Internationalen Wirtschaftsrecht); 258 S.; 67,- €; ISBN 978-3-8329-6270-8Die Welthandelsorganisation (WTO) hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1995 zu einem machtvollen globalen Akteur entwickelt. Heute zählt die Dachorganisation der Verträge GATT, GATS und TRIPS 153 Mitglieder. Die WTO wendet sich gegen protektionistische Wirtschaftspolitiken und verfolgt eine liberale Außenhandelspolitik, die mit Deregulierungen, Privatisierungen und dem Abbau von Handelshemmnissen wie Importzöllen einhergeht. Stellvertretend für die Gruppe der Least Developed Countries (LDC) beleuchten die Autoren des Sammelbandes, der aus einem von der Europäischen Union über das Programm TradeCom Facility finanzierten Forschungsprojekt hervorgeht, die Risiken und Chancen eines Beitritts zur WTO für Äthiopien. Es ist als eines der wenigen Länder Subsahara‑Afrikas noch nicht Mitglied, befindet sich aber derzeit in Beitrittsverhandlungen. In den einzelnen Beiträgen beschäftigen sie sich mit den möglichen Folgenutzen und ‑kosten der Umsetzung der marktliberalen Richtlinien der WTO, machen auf die besonderen Entwicklungsprobleme von LDC aufmerksam und fragen damit, ob eine WTO‑Mitgliedschaft für Länder wie Äthiopien überhaupt erstrebenswert ist. Die Autoren verdeutlichen, dass sich ein klares Ja genauso verbietet wie ein klares Nein, da die Adaptation der Freihandelsnormen der WTO auf einige Branchen positive, auf andere negative Auswirkungen hätte. Negativ betroffen, das zeigt insbesondere der Beitrag von Martha B. Hailu, wären die endemischen kleinbäuerlich‑subsidiären Strukturen, die für die äthiopische Landwirtschaft kennzeichnend sind. Aufgrund der fehlenden Technisierung sei die äthiopische Landwirtschaft in ihrer derzeitigen kleinteiligen Struktur nicht wettbewerbsfähig genug, um mit den niedrigen Weltmarktpreisen zu konkurrieren. So würde die Vielzahl von subsidiären arbeitsintensiven Betrieben mittel‑ bis langfristig voraussichtlich durch wenige großflächige, kapitalintensive und exportorientierte Monokulturen ersetzt werden. In anderen Bereichen, der Ernährungssicherheit und der Gesundheitsversorgung etwa, könnte Äthiopien von einer Mitgliedschaft profitieren.
Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.3 | 4.43 | 2.67 | 4.44
Empfohlene Zitierweise: Marius Hildebrand, Rezension zu: Markus Krajewski / Fikremarkos Merso Birhanu (Hrsg.): Acceding to the WTO from a Least-Developed Country Perspective. Baden-Baden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33840-acceding-to-the-wto-from-a-least-developed-country-perspective_40549, veröffentlicht am 20.10.2011.
Buch-Nr.: 40549
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M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
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