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/ 11.06.2013
Gisela Riescher / Sabine Ruß / Christoph M. Haas (Hrsg.)

Zweite Kammern

München/Wien: R. Oldenbourg Verlag 2000 (Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft); X, 427 S.; geb., 34,77 €; ISBN 3-486-25089-2
Als ineffizient, dem demokratischen Prinzip entgegenstehend oder als institutioneller Irrtum, so werden die zweiten Kammern gerne von der wissenschaftlichen Kritik gesehen. Ihre Mitglieder würden in der öffentlichen Meinung häufig als faul, teuer und überflüssig betrachtet. Dennoch bestehe in einem Drittel aller Staaten ein Zwei-Kammern-System. Grund genug, diese zweiten Kammern gründlich zu untersuchen, "da es mehr Gründe als die Fortführung von Traditionen oder die Kopie eines Institutionengef...
Gisela Riescher / Sabine Ruß / Christoph M. Haas (Hrsg.)

Zweite Kammern

München/Wien: R. Oldenbourg Verlag 2000 (Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft); X, 427 S.; geb., 34,77 €; ISBN 3-486-25089-2
Als ineffizient, dem demokratischen Prinzip entgegenstehend oder als institutioneller Irrtum, so werden die zweiten Kammern gerne von der wissenschaftlichen Kritik gesehen. Ihre Mitglieder würden in der öffentlichen Meinung häufig als faul, teuer und überflüssig betrachtet. Dennoch bestehe in einem Drittel aller Staaten ein Zwei-Kammern-System. Grund genug, diese zweiten Kammern gründlich zu untersuchen, "da es mehr Gründe als die Fortführung von Traditionen oder die Kopie eines Institutionengefüges dafür geben" (VII) muss. Der Band versteht sich als ein Beitrag zur Komparatistik, in dem neben der Analyse einer politischen Institution das jeweilige politische System aus der Perspektive der zweiten Kammer beleuchtet wird. Inhalt: A. Einführung: Christoph M. Haas: Sein oder nicht sein: Bikameralismus und die Funktion Zweiter Kammern (2-17). B. Zweite Kammern in föderalen Systemen: I. Direkt gewählte Zweite Kammern: Christoph M. Haas: Zweite Kammer erster Klasse: der US-Senat (22-47); Gisela Riescher: Der Schweizer Ständerat (48-59); Christoph M. Haas: Australiens Senat im "Washminster"-System (60-75). II. Indirekt gewählte Zweite Kammern: Ulrich Eith: Der deutsche Bundesrat zwischen Bundesstaatlichkeit und Parteienwettbewerb (77-96); Franz Fallend: Der Bundesrat in Österreich (97-113); Armin K. Nolting: Südafrika: Der Nationalrat der Provinzen (114-128); Catherine Isabel Froehling: Rajya Sabha - Indiens Zweite Kammer (129-142). IIIa. Kombiniert gewählte Zweite Kammern in neuen föderalisierten Systemen: Sandra Cordes: Der spanische Senat - Wandel territorialer Repräsentation zwischen dezentralem Einheitsstaat und Föderalstaat (144-162); Wolfgang Zink: Der belgische Senat - Tradition mit Zukunft? (163-183). IIIb. Nominierte Zweite Kammern: Tanja Zinterer: Der kanadische Senat: ungeliebt, undemokratisch, unreformierbar? (185-199). C. Zweite Kammern in unitarischen Systemen: I. Direkt gewählte Zweite Kammern: Jörg Seisselberg: Der italienische Senat: Machtvoller Zwillingsbruder der Abgeordnetenkammer (202-219); Beate Rosenzweig: Das japanische Oberhaus - Die "Kammer der Berater" (220-234). II. Indirekt gewählte Zweite Kammern: Sabine Ruß: Der französische Senat: Die Schildkröte der Republik (236-254); Uwe Berndt: Die "Erste Kammer" der Niederlande: Politisierung statt Selbstbeschränkung? (255-268). III. Ständestaatliche Repräsentation: Bernt Gebauer: Das britische Oberhaus: Neue Effizienz für eine ehrwürdige Institution? (270-287); Florian Braune: Seanad Éireann: Die Zweite Kammer Irlands (288-297). D. Neugeschaffene Zweite Kammern in den mittel- und osteuropäischen Staaten: neue Modelle oder alte Formen? Franka Maubach: "Learning by doing" - Der russische Föderationsrat im Prozeß der Institutionenbildung (299-318); Michael Walter: Der tschechische Senat (319-335). E. Abgeschaffte Zweite Kammern: Ursula Degener: Der dänische Landsting - nur von historischem Interesse? (337-352); Ursula Degener: Die Abschaffung des Zweikammerreichstags in Schweden (353-367); André Kaiser: Die Zweite Kammer in Neuseeland. Funktionsprobleme, Auflösung und Folgewirkungen (368-380). F. Schlußbetrachtung: Gisela Riescher / Sabine Ruß: Zur Funktion von Zweiten Kammern in modernen Demokratien (382-401).
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.212.612.622.642.672.682.42.66 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Gisela Riescher / Sabine Ruß / Christoph M. Haas (Hrsg.): Zweite Kammern München/Wien: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12402-zweite-kammern_14815, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14815 Rezension drucken
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