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/ 12.06.2013
Christian Duncker

Verlust der Werte? Wertewandel zwischen Meinungen und Tatsachen

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2000 (DUV: Sozialwissenschaft); VIII, 193 S.; brosch., 34,77 €; ISBN 3-8244-4427-5
Diss. Hamburg. - Der in den letzten Jahrzehnten erfolgte Wertewandel hat eine rege Debatte in Wissenschaft und Öffentlichkeit ausgelöst und verschiedene, zum Teil gegensätzliche Ansätze und Einschätzungen hervorgebracht. Während vor allem in der Öffentlichkeit der Verlust der Werte beklagt wurde, werden von der empirischen Sozialforschung inzwischen vermehrt Anzeichen für eine Wiederbelebung traditioneller Werte festgestellt. "Hat es eventuell gar keinen dauerhaften Verfall der deutschen Alltags...
Christian Duncker

Verlust der Werte? Wertewandel zwischen Meinungen und Tatsachen

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2000 (DUV: Sozialwissenschaft); VIII, 193 S.; brosch., 34,77 €; ISBN 3-8244-4427-5
Diss. Hamburg. - Der in den letzten Jahrzehnten erfolgte Wertewandel hat eine rege Debatte in Wissenschaft und Öffentlichkeit ausgelöst und verschiedene, zum Teil gegensätzliche Ansätze und Einschätzungen hervorgebracht. Während vor allem in der Öffentlichkeit der Verlust der Werte beklagt wurde, werden von der empirischen Sozialforschung inzwischen vermehrt Anzeichen für eine Wiederbelebung traditioneller Werte festgestellt. "Hat es eventuell gar keinen dauerhaften Verfall der deutschen Alltagskultur gegeben? Haben vielleicht sogar - ganz im Gegenteil - vielmehr gerade die verloren geglaubten traditionellen Pflichtwerte zunehmend an Bedeutung gewonnen? Oder hat sich vielleicht gar nicht so viel gewandelt - und alles blieb mehr oder weniger beim Alten?" (1) Anhand dieser und weiterer Fragen greift der Autor die Debatte auf und untersucht die unterschiedliche Wahrnehmung des Wertewandels. Dafür stellt er die öffentliche Meinung (durch eine Inhaltsanalyse überregionaler Zeitungen) und den tatsächlichen Wertewandel (durch eine sekundäre Zeitreihenanalyse anhand von Teilen der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse) einander gegenüber. Duncker kommt zu dem Ergebnis, dass sich im Zeitraum zwischen Ende der Achtzigerjahre und Mitte der Neunzigerjahre öffentliche Meinung und empirische Tatsachen im direkten Widerspruch zueinander verhielten, während der seit Mitte der Neunzigerjahre tatsächlich zu beobachtende tendenzielle Bedeutungsverlust traditioneller Werte "in der öffentlichen Werte-Debatte heute so gut wie gar nicht diskutiert wird" (97). Abschließend sucht er dieses Phänomen im Lichte theoretischer Ansätze zum Wertewandel und zur öffentlichen Meinung zu erklären.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.352.2 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Christian Duncker: Verlust der Werte? Wiesbaden: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13852-verlust-der-werte_16604, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16604 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA