/ 12.06.2013
Dieter Blumenwitz
Positionen der katholischen Kirche zum Schutz von Minderheiten und Volksgruppen in einer internationalen Friedensordnung. Eine völkerrechtliche Untersuchung
Köln: Verlag Wissenschaft und Politik 2000 (Forschungsergebnisse der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht/Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen 32); 175 S.; brosch., 16,36 €; ISBN 3-8046-8886-1Der Autor systematisiert die Aussagen der Kurie zum Minderheitenschutz und Völkerrecht und stellt diese in ihren historischen Kontext der katholischen Soziallehre. Ethische Grundaussagen zur menschlichen Person, dem Beitrag der Kirchen sowie der Rolle des Staates zur Lösung der "Arbeiterfrage" (32) wurden bereits 1891 in der Enzyklika "Rerum Novarum" festgehalten, aus denen in folgenden Positionspapieren das Solidaritäts- und das Subsidiaritätsprinzip abgeleitet wurden. Explizite Aussagen zu Min...
Dieter Blumenwitz
Positionen der katholischen Kirche zum Schutz von Minderheiten und Volksgruppen in einer internationalen Friedensordnung. Eine völkerrechtliche Untersuchung
Köln: Verlag Wissenschaft und Politik 2000 (Forschungsergebnisse der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht/Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen 32); 175 S.; brosch., 16,36 €; ISBN 3-8046-8886-1Der Autor systematisiert die Aussagen der Kurie zum Minderheitenschutz und Völkerrecht und stellt diese in ihren historischen Kontext der katholischen Soziallehre. Ethische Grundaussagen zur menschlichen Person, dem Beitrag der Kirchen sowie der Rolle des Staates zur Lösung der "Arbeiterfrage" (32) wurden bereits 1891 in der Enzyklika "Rerum Novarum" festgehalten, aus denen in folgenden Positionspapieren das Solidaritäts- und das Subsidiaritätsprinzip abgeleitet wurden. Explizite Aussagen zu Minderheitenrechten erfolgt jedoch erst in Pacem in terris 1963 durch Johannnes XXIII. In besonderer Weise widmet sich das derzeitige Lehramt seit den wiederentflammten Nationalitätenkonflikten nach dem Ende des Kalten Krieges den Rechten und Pflichten von ethnischen Minderheiten und Volksgruppen. Ziel der Untersuchung ist es, "ein ethisches Fundament" (16) aufzuzeigen, ohne das eine umfassende internationale Friedensordnung nicht aufrechtzuerhalten sei. Eine mögliche Quelle für dieses Ethos sieht Blumenwitz in der katholischen Soziallehre. Leider thematisiert er nicht, welche Akzeptanzgrundlage diese auch bei anderen Konfessionen und Religionsgemeinschaften bieten könne. Eine Dokumentensammlung liefert die wesentlichen Texte des gegenwärtigen Lehramtes in deutscher Übersetzung.
Inhaltsübersicht: II. Der Schutz von Minderheiten und Volksgruppen als Problem des Völkerrechts; III. Ausformung und Grundlinien der neuzeitlichen Soziallehre der katholischen Kirche; IV. Aktuelle Grundaussagen des Lehramtes zum Minderheiten- und Volksgruppenschutz.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 4.42 | 4.41 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Dieter Blumenwitz: Positionen der katholischen Kirche zum Schutz von Minderheiten und Volksgruppen in einer internationalen Friedensordnung. Köln: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13767-positionen-der-katholischen-kirche-zum-schutz-von-minderheiten-und-volksgruppen-in-einer-internationalen-friedensordnung_16501, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16501
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
CC-BY-NC-SA