/ 11.06.2013
Weltbank (Hrsg.)
Globalisierung und Lokalisierung. Neue Wege im entwicklungspolitischen Denken
Frankfurt a. M.: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verlagsbereich Buch 2000 (Weltentwicklungsbericht 1999/2000); X, 341 S.; ISBN 3-933180-69-4Der Weltentwicklungsbericht 1999/2000 der Weltbank versucht, die Phänomene Globalisierung und Lokalisierung in ein entwicklungspolitisches Denken zu integrieren. Dabei werden diese Erscheinungen "weder gepriesen noch verdammt" (6), denn der Mitarbeiterstab der Weltbank sieht darin Chance und Risiko zugleich. Aus dieser Perspektive untersucht der zweiundzwanzigste Bericht die Probleme wie Armut, Bevölkerungswachstum, Ernährungssituation, Wasserknappheit, Klimaveränderungen oder den Schutz der Kul...
Weltbank (Hrsg.)
Globalisierung und Lokalisierung. Neue Wege im entwicklungspolitischen Denken
Frankfurt a. M.: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verlagsbereich Buch 2000 (Weltentwicklungsbericht 1999/2000); X, 341 S.; kart., 78,- DM; ISBN 3-933180-69-4Der Weltentwicklungsbericht 1999/2000 der Weltbank versucht, die Phänomene Globalisierung und Lokalisierung in ein entwicklungspolitisches Denken zu integrieren. Dabei werden diese Erscheinungen "weder gepriesen noch verdammt" (6), denn der Mitarbeiterstab der Weltbank sieht darin Chance und Risiko zugleich. Aus dieser Perspektive untersucht der zweiundzwanzigste Bericht die Probleme wie Armut, Bevölkerungswachstum, Ernährungssituation, Wasserknappheit, Klimaveränderungen oder den Schutz der Kultur. Nach Ansicht der Weltbank-Experten gibt es Antworten auf die globalen und lokalen Herausforderungen: "Die Globalisierung, die das zunehmende Zusammenwachsen der Volkswirtschaften in aller Welt widerspiegelt, zwingt die Regierungen der Länder, internationale Partnerschaften einzugehen, da dies die beste Möglichkeit ist, sich an Veränderungen anzupassen, die den Handel, die Finanzströme und die globale Umwelt betreffen. Die Lokalisierung, die das wachsende Verlangen der Menschen nach mehr Mitbestimmung in Regierung und Verwaltung widerspiegelt, manifestiert sich in der Geltendmachung regionaler Identitäten. Sie drängt Staatsregierungen, den Regionen und Städten die Hand zu reichen, da dies die beste Möglichkeit ist, sich an Veränderungen anzupassen, welche die Innenpolitik und die Wachstumsmuster betreffen." (2 f.) Damit wird die entwicklungspolitische Denkrichtung der Weltbank-Empfehlungen deutlich: "Staatsregierungen kommt zwar weiterhin eine zentrale Rolle in der Entwicklungspolitik zu, jedoch erfordern die Globalisierung und die Lokalisierung, daß sie sich sowohl auf supra- als auch auf subnationaler Ebene intensiv mit der Schaffung von Institutionen befassen, um im 21. Jahrhundert in vollem Umfang von den Vorteilen des Wachstums profitieren zu können." (6)
Die zahlreichen Analysen und Sonderbeiträge aus verschiedenen Ländern bringen das abstrakte Thema durch Fallstudien in konkrete Bahnen. Sie zeigen, dass politische Programme durchaus in die Tat umgesetzt werden können, sofern der politische Wille vorhanden ist. Die üblichen Kennzahlen der Weltentwicklung und der umfangreiche statistische Anhang fehlen auch in diesem Bericht der Weltbank nicht.
Inhaltsübersicht: 1. Die Welt im Wandel; 2. Das Welthandelssystem: der Weg nach vorne; 3. Die Entwicklungsländer und das Weltfinanzsystem; 4. Das globale Gemeingut schützen; 5. Dezentralisierung: die Regierungsstruktur überdenken; 6. Dynamische Städte als Wachstumsmotoren; 7. Städte lebenswert machen; 8. Fallstudien und Empfehlungen.
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 4.44 | 4.43
Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Weltbank (Hrsg.): Globalisierung und Lokalisierung. Frankfurt a. M.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12731-globalisierung-und-lokalisierung_15240, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15240
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Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
CC-BY-NC-SA