/ 12.06.2013
Jörn Kleinert / Axel Schimmelpfennig / Klaus Schrader / Jürgen Stehn
Globalisierung, Strukturwandel und Beschäftigung
Tübingen: Mohr Siebeck 2000 (Kieler Studien 308); XIV, 247 S.; ISBN 3-16-147470-8Im Zentrum der Studie, die das Kieler Institut für Weltwirtschaft im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums im Rahmen der siebenten Berichtsrunde zur Strukturberichterstattung durchgeführt hat, stehen die Fragen, welche Wirkungen die Globalisierung der Märkte auf die Beschäftigung hat und wie diesen Wirkungen durch die Beschäftigungspolitik begegnet werden kann. Im ersten Teil werden drei mögliche Zusammenhänge zwischen der Globalisierung und der Beschäftigung theoretisch und empirisch geprüf...
Jörn Kleinert / Axel Schimmelpfennig / Klaus Schrader / Jürgen Stehn
Globalisierung, Strukturwandel und Beschäftigung
Tübingen: Mohr Siebeck 2000 (Kieler Studien 308); XIV, 247 S.; geb., 118,- DM; ISBN 3-16-147470-8Im Zentrum der Studie, die das Kieler Institut für Weltwirtschaft im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums im Rahmen der siebenten Berichtsrunde zur Strukturberichterstattung durchgeführt hat, stehen die Fragen, welche Wirkungen die Globalisierung der Märkte auf die Beschäftigung hat und wie diesen Wirkungen durch die Beschäftigungspolitik begegnet werden kann. Im ersten Teil werden drei mögliche Zusammenhänge zwischen der Globalisierung und der Beschäftigung theoretisch und empirisch geprüft (Kapitel B-D): Erstens zeigen die Autoren, dass sich eine negative Auswirkung der zunehmenden weltweiten inter- und intraindustriellen Arbeitsteilung nicht nachweisen lässt. Zweitens wird untersucht, ob durch das Auslandsengagement deutscher Unternehmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Da sich die Unternehmen bei diesem Engagement eher von Absatz- als von Kostenmotiven leiten lassen, gehen die Autoren davon aus, dass der positive Effekt auf die Beschäftigung tendenziell überwiegt. Schließlich werden die indirekten Wirkungen der Globalisierung auf die Beschäftigung untersucht und gezeigt, dass der Anpassungsdruck, der vom internationalen Wettbewerb ausgeht, zu einer Veränderung der Produktpalette der Unternehmen von standardisierten hin zu höherwertigen Produkten führt; in der Folge geht die Nachfrage nach niedrig qualifizierten Arbeitnehmern zurück und es steigt die Arbeitslosigkeit in diesem Arbeitsmarktsegment.
Im zweiten Teil erfolgt eine ausführliche Analyse der Beschäftigungspolitik in Ländern, die in den Neunzigerjahren eine abnehmende Arbeitslosenquote aufwiesen (Kapitel E). Das Autorenteam zeigt, dass Dänemark und die Niederlande mit Vorruhestandsregelungen und Erwerbsunfähigkeitsprogrammen in erster Linie die offizielle Arbeitslosenquote gesenkt haben, während in den USA, in Großbritannien und in Neuseeland der Einfluss der Gewerkschaften zurückgedrängt und knappheits- sowie produktivitätsorientierte Lohnfindungsprozesse gefördert wurden. Abschließend werden Leitlinien für eine Beschäftigungspolitik in Deutschland formuliert, in denen vor allem eine Reform der Bildungspolitik und bessere Qualifizierungsprogramme für Arbeitslose gefordert werden (Kapitel F). - In der insgesamt gut aufgebauten und interessanten Studie sind aus politikwissenschaftlicher Sicht neben den Ergebnissen des ersten Teils vor allem der ausführliche Vergleich der Arbeitsmarktpolitik der verschiedenen Länder im zweiten Teil von Interesse.
Hendrik Hansen (HH)
Dr., Lehrbeauftragter, Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.262 | 2.342 | 4.43 | 2.61 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Hendrik Hansen, Rezension zu: Jörn Kleinert / Axel Schimmelpfennig / Klaus Schrader / Jürgen Stehn: Globalisierung, Strukturwandel und Beschäftigung Tübingen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13238-globalisierung-strukturwandel-und-beschaeftigung_15862, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15862
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Dr., Lehrbeauftragter, Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
CC-BY-NC-SA