/ 12.06.2013
Ernst Piper (Hrsg.)
Gibt es wirklich eine Holocaust-Industrie? Zur Auseinandersetzung um Norman Finkelstein
Zürich/München: Pendo Verlag 2001; 211 S.; brosch., 12,73 €; ISBN 3-85842-403-XMit der Studie "The Holocaust Industry" hat der nordamerikanische Historiker Finkelstein eine internationale Kontroverse ausgelöst. Sein Vorwurf insbesondere an die Adresse der großen jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten, in mehrfacher Hinsicht den Holocaust profitträchtig "umzumünzen" und zugleich Entschädigungsgelder nicht in vollem Umfang an die Opfer der Judenverfolgung weiterzugeben beziehungsweise weitergegeben zu haben, rief gerade auch in der bundesdeutschen Presse und Öff...
Ernst Piper (Hrsg.)
Gibt es wirklich eine Holocaust-Industrie? Zur Auseinandersetzung um Norman Finkelstein
Zürich/München: Pendo Verlag 2001; 211 S.; brosch., 12,73 €; ISBN 3-85842-403-XMit der Studie "The Holocaust Industry" hat der nordamerikanische Historiker Finkelstein eine internationale Kontroverse ausgelöst. Sein Vorwurf insbesondere an die Adresse der großen jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten, in mehrfacher Hinsicht den Holocaust profitträchtig "umzumünzen" und zugleich Entschädigungsgelder nicht in vollem Umfang an die Opfer der Judenverfolgung weiterzugeben beziehungsweise weitergegeben zu haben, rief gerade auch in der bundesdeutschen Presse und Öffentlichkeit scharfe Entgegnungen ebenso wie - antisemitisch eingefärbte - Zustimmung hervor. Diese Reaktionen werden in einer repräsentativen Auswahl in dem Band dokumentiert. Ergänzt werden sie um Originalbeiträge, die sich eingehender mit bestimmten Aspekten der entstandenen Debatte und ihrer tagespolitischen Weiterungen (z. B. den Zusammenhang mit der US-amerikanischen Nahostpolitik) befassen.
Inhalt: Arne Behrensen: The Holocaust Industry - Eine deutsche Debatte (15-44). Ein Buch erregt Aufmerksamkeit - Rezensionen und Interviews: Norman Finkelstein: Die Ausbeutung jüdischen Leidens. Ein Gespräch mit der Berliner Zeitung (45-53); Karl Brozik: Gegendarstellung der Jewish Claims Conference (54-56); Wolfgang Benz: Reparationsleistungen für die jüdische Sache. Ein Gespräch mit der Berliner Zeitung (57-60); Omer Bartov: Zweierlei Holocaust (61-65); Brigitte Werneburg: Ressentiment statt Aufklärung (66-70); Julius H. Schoeps: Angriff auf ein Tabu. Finkelsteins Kritik an der Vermarktung des Holocaust gilt im Kern der amerikanischen Nahostpolitik (71-74); Claudia Kühner: Die amerikanisch-jüdische Elite im Visier (75-79); Rolf Bloch: "Vielleicht empfindet es jemand so, aber ich nicht." Ein Gespräch mit dem Tages-Anzeiger (80-82); Raul Hilberg: Rücksicht auf die Verbündeten. Ein Gespräch mit der Berliner Zeitung (83-87); Tjark Kunstreich: Die Kampagne (88-93); Constantin Goschler: Eine ideologische Verschwörung von oben oder Unzureichende Antworten auf die richtigen Fragen (94-101). Eine Debatte erregt Aufmerksamkeit - Stellungnahmen: Salomon Korn: Tabubruch mit Zuschauer. Norman Finkelstein und sein Publikum (102-104); Harry Nutt: Polyphonie. Finkelstein auf deutsch (105-107); Peter Sichrovsky: Zweifelhafte Elite. Ein Buchverlag wird genötigt, Norman Finkelstein nicht zu verlegen (108-110); Ernst Piper: Finkelstein-Industrie (111-113); Andreas Heusler: Norman Finkelstein und der Mißbrauch der Geschichte (114-118); Iring Fetscher: Norman Finkelsteins braune Freunde (119-123). Der Holocaust und die amerikanische Gesellschaft: Shlomo Aronson: Geschichte als Zorn (124-147); Detlef Junker: Die Amerikanisierung des Holocaust. Über die Möglichkeit, das Böse zu externalisieren und die eigene Mission fortwährend zu erneuern (148-160); Y. Michal Bodemann: Gedenk-Kult und Gedenk-Kultur (161-175); Natan Sznaider: Das große Mißverständnis: Finkelsteins Holocaust (176-191); Philipp Blom: Die Besinnlichkeit des röhrenden Hirschen (192-200); Michael Brenner: Warum man mit Finkelstein nicht diskutieren muß. Die neue Holocaust-Debatte und die deutsche Öffentlichkeit (201-207).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.35 | 2.312 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Ernst Piper (Hrsg.): Gibt es wirklich eine Holocaust-Industrie? Zürich/München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13972-gibt-es-wirklich-eine-holocaust-industrie_16746, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16746
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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