/ 12.06.2013
Jens Kersten
Georg Jellinek und die klassische Staatslehre
Tübingen: Mohr Siebeck 2000 (Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts 28); XX, 535 S.; Ln., 101,24 €; ISBN 3-16-147348-5Rechtswiss. Diss. HU Berlin; Gutachter B. Schlink. - "Diese Arbeit geht der Frage nach, warum gerade Georg Jellinek diesen 'bleibenden Rang in der Staatsrechtswissenschaft' erringen konnte und auch heute noch beanspruchen kann." (2) Kersten liest und interpretiert Jellinek als Klassiker der Staatslehre. Er verwendet dabei ein empirisch-funktionales Verständnis von Klassikerlektüre: "Im Zentrum der Analyse soll [...] die Erklärung stehen, warum nahezu alle zentralen Positionen Jellineks heute rez...
Jens Kersten
Georg Jellinek und die klassische Staatslehre
Tübingen: Mohr Siebeck 2000 (Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts 28); XX, 535 S.; Ln., 101,24 €; ISBN 3-16-147348-5Rechtswiss. Diss. HU Berlin; Gutachter B. Schlink. - "Diese Arbeit geht der Frage nach, warum gerade Georg Jellinek diesen 'bleibenden Rang in der Staatsrechtswissenschaft' erringen konnte und auch heute noch beanspruchen kann." (2) Kersten liest und interpretiert Jellinek als Klassiker der Staatslehre. Er verwendet dabei ein empirisch-funktionales Verständnis von Klassikerlektüre: "Im Zentrum der Analyse soll [...] die Erklärung stehen, warum nahezu alle zentralen Positionen Jellineks heute rezeptionsfähig erscheinen und deswegen im besten Sinn 'klassisch' zu nennen sind." (3) Drei Gründe führt er für die Aktualität der jellinekschen Staatslehre an: Dessen Bemühungen zur Vermittlung zwischen Faktizität und Normativität; den zeitoffenen und systemüberspannenden Charakter von Jellineks Begrifflichkeit; schließlich Entwicklungen in der modernen Staatsrechtslehre, "weil deren herrschende Meinung in einer seit der Staatslehre des Kaiserreichs ungebrochenen etatistischen Tradition steht, die den Staat und nicht die Verfassung freier Bürger zum Fixpunkt ihres sozialen, politischen und rechtlichen Denkens gewählt hat". (5) Diese drei Gründe ziehen sich als roter Faden durch die Arbeit; mit ihrer Hilfe stellt Kersten sowohl die Substanz als auch die innere Entwicklung von Jellineks Staatslehre dar. Umfangreiche Zusammenfassungen am Ende der Kapitel und ein ausführlicher Index tragen dazu bei, dass das detailreiche Buch auch als Nachschlagewerk zum Werk dieses "Klassiker[s] der Allgemeinen Staatslehre" (1) wertvolle Dienste leisten kann.
Inhaltsübersicht: § 1 Einleitung. 1. Historische Bedingungen des Neuansatzes Georg Jellineks in der Methoden- und Staatslehre: § 2 Georg Jellineks soziale und politische Grunderfahrung; § 3 Methodenangebot und Staatsbegriff des staatsrechtlichen Positivismus; § 4 Allgemeine Staatslehre um die Jahrhundertwende. 2. Kritik der juristischen Urteilskraft: § 5 Wissenschaftsbegriff; § 6 Typenlehre; § 7 Zwei-Seiten-Lehre; § 8 Staatsrechtslehre und Politik. 3. Staatslehre: § 9 Staatsbegriffe; § 10 Rechtfertigung und Zweck des Staats; § 11 Staat und Recht. 4. Zusammenfassung der Ergebnisse.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.41 | 5.33
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Jens Kersten: Georg Jellinek und die klassische Staatslehre Tübingen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13234-georg-jellinek-und-die-klassische-staatslehre_15858, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15858
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Dr., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA