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/ 12.06.2013
Gabriele Kruk

Frauen in Ghana. Alltägliche Handlungsräume zwischen Modernisierung und Marginalisierung

Hamburg: Lit 2000 (ASA-Studien 34); XIV, 238 S.; brosch., 20,35 €; ISBN 3-8258-4656-3
Im Zuge der UN-Frauendekade wurde zunehmend erkannt, dass Frauen aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozess zukommt. Dies entspricht jedoch bis heute nicht dem ihnen zugesprochenen sozialen Status. Vielmehr müssen sich Frauen einerseits aus ökonomischem Zwang den wandelnden Rahmenbedingungen anpassen und andererseits bleiben sie von gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen meist ausgeschlossen. Die sozialgeographische Arbeit widmet sich dieser Problemati...
Gabriele Kruk

Frauen in Ghana. Alltägliche Handlungsräume zwischen Modernisierung und Marginalisierung

Hamburg: Lit 2000 (ASA-Studien 34); XIV, 238 S.; brosch., 20,35 €; ISBN 3-8258-4656-3
Im Zuge der UN-Frauendekade wurde zunehmend erkannt, dass Frauen aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozess zukommt. Dies entspricht jedoch bis heute nicht dem ihnen zugesprochenen sozialen Status. Vielmehr müssen sich Frauen einerseits aus ökonomischem Zwang den wandelnden Rahmenbedingungen anpassen und andererseits bleiben sie von gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen meist ausgeschlossen. Die sozialgeographische Arbeit widmet sich dieser Problematik am Beispiel Ghanas. Ghana stellt aufgrund seiner kolonialgeschichtlich geprägten räumlichen und wirtschaftlichen Struktur ein klassisches Beispiel für die ungleiche geschlechtsspezifische Arbeitsteilung dar, wonach die Männer in der Exportwirtschaft tätig sind und darüber am Modernisierungsprozess partizipieren und "für die Frauen die schleichende Abdrängung in die Subsistenzproduktion und in ein Verharren in bisherigen Lebensformen" (14) verbleibt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine dörfliche Fallstudie. Die Autorin unternimmt eine handlungs- und genderorientierte Analyse des alltäglichen Handlungsraumes der Frauen des 2400 Einwohner zählenden Dorfes Gyankufa in geographischer Randlage im Westen Ghanas. Dabei vergleicht sie die Lebenswelten mit denen der Männer und sie ergänzt die Mikroebene um "makroperspektivische Einflußgrößen" (42). Durch diesen Zugang gelingt es Kruk, die gesellschaftlichen Dynamiken und Widersprüche lebendig und konkret darzustellen und einzelne Wirkungszusammenhänge deutlich werden zu lassen. Im Ergebnis zeigt sich eine mehrfache Marginalisierung der Frauen, die "neben wirtschaftlichen und gesellschaftlichen vor allem auch räumliche Ursachen besitzt" (219).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.672.27 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Gabriele Kruk: Frauen in Ghana. Hamburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13562-frauen-in-ghana_16246, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16246 Rezension drucken
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