/ 12.06.2013
Hermann Böhm
Die Tragödie des Austromarxismus am Beispiel von Otto Bauer. Ein Beitrag zur Geschichte des österreichischen Sozialismus
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Wiener Arbeiten zur Philosophie 1); 144 S.; brosch., 25,05 €; ISBN 3-631-48563-8"Die vorliegende Arbeit versteht sich als kritischer Beitrag zu der zur Zeit im Gange befindlichen Diskussion um die Problematik und historische Relevanz des Austromarxismus als theoretisches und praktisches Phänomen. Es soll hier der Versuch unternommen werden, die Lehren und die Philosophie von Marx und Engels mit den Weiterentwicklungen, Modifikationen und Veränderungen, die der Austromarxismus vollzogen hat, mit seiner Philosophie und der daraus resultierenden Praxis in Beziehung zu setzen."...
Hermann Böhm
Die Tragödie des Austromarxismus am Beispiel von Otto Bauer. Ein Beitrag zur Geschichte des österreichischen Sozialismus
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Wiener Arbeiten zur Philosophie 1); 144 S.; brosch., 25,05 €; ISBN 3-631-48563-8"Die vorliegende Arbeit versteht sich als kritischer Beitrag zu der zur Zeit im Gange befindlichen Diskussion um die Problematik und historische Relevanz des Austromarxismus als theoretisches und praktisches Phänomen. Es soll hier der Versuch unternommen werden, die Lehren und die Philosophie von Marx und Engels mit den Weiterentwicklungen, Modifikationen und Veränderungen, die der Austromarxismus vollzogen hat, mit seiner Philosophie und der daraus resultierenden Praxis in Beziehung zu setzen." (11) Ein überaus großes Unterfangen für knapp 120 Textseiten. Das hat natürlich zur Folge, dass wichtige Punkte in diesem Verhältnis nur kurz abgehandelt werden. Eine der zentralen Thesen des Autors - die einzige, die in der Einleitung explizit formuliert wird - besagt zum Beispiel, "daß die nichtauthentische Interpretation der Geschichtstheorie von Marx in viel stärkerem Maße als die Übernahme der Kantschen Ethik zur austromarxistischen Revision des Marxismus beitrug und dem Reformismus innerhalb der österreichischen Sozialdemokratie zum Durchbruch verhalf." (13) Danach ist es dann etwas enttäuschend, dass das Kapitel zur Geschichtstheorie des Austromarxismus gerade vier Seiten umfasst. Der Leser muss es Böhm daher einfach glauben, "daß [Otto Bauer] eine radikale, revolutionäre Sprache fast ausnahmslos nur dann verwendet, wenn es um ferne Ziele, um revolutionäre Zukunftsvisionen und zukünftige Aufgabenstellungen der österreichischen, beziehungsweise der internationalen Arbeiterklasse geht." (60) Das Büchlein gibt in einer sehr kompakten Weise einen Überblick über wichtige Positionen des Austromarxismus. Für eine tiefere Auseinandersetzung wäre allerdings ein etwas größerer Umfang und eine deutlichere Konzentration auf ausgewählte Aspekte wünschenswert gewesen.
Inhaltsübersicht: Begriffsbestimmung und historische Ortung des Austromarxismus; Austromarxismus - Bedeutungswandel eines Begriffes; Die marxistische Geschichtstheorie als Ausgangspunkt des austromarxistischen Denkens; Karl Kautsky und der Austromarxismus; Die Geschichtstheorie des Austromarxismus; Das Klassenproblem im Austromarxismus; Otto Bauers Theorie des Gleichgewichtes der Klassenkräfte; Kritische Stimmen zur Klassentheorie Otto Bauers; Otto Bauer und das Problem des Staates; Differenzen zwischen Otto Bauer und Karl Renner; Otto Bauer und die Faschismusproblematik; Otto Bauers Stellung zu Religion und Kirche; Der integrale Sozialismus - Otto Bauers Vermächtnis.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.43 | 5.46 | 2.4
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Hermann Böhm: Die Tragödie des Austromarxismus am Beispiel von Otto Bauer. Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13299-die-tragoedie-des-austromarxismus-am-beispiel-von-otto-bauer_15934, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15934
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Dr., Politikwissenschaftler.
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