/ 12.06.2013
Felix Gregor Neugart
Die alte Herrlichkeit wiederherstellen. Die Schas-Partei in Israel
Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2000 (Schriftenreihe des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten e. V. 35); 98 S.; ISBN 3-87920-426-8Politikwiss. Diplomarbeit FU Berlin. - In den Neunzigerjahren ist die Schas-Partei in Israel zur drittstärksten politischen Kraft geworden und im Parlament dem Likud-Block mittlerweile fast ebenbürtig. Ihr Aufstieg bedeutet für das politische System des Landes aus zwei Gründen die bedeutsamste Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte: Zum einen handelt es sich um die stärkste religiöse Partei in der Geschichte Israels, zum anderen aber auch um die erste Partei auf ethnischer Basis, die sich über m...
Felix Gregor Neugart
Die alte Herrlichkeit wiederherstellen. Die Schas-Partei in Israel
Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2000 (Schriftenreihe des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten e. V. 35); 98 S.; 26,- DM; ISBN 3-87920-426-8Politikwiss. Diplomarbeit FU Berlin. - In den Neunzigerjahren ist die Schas-Partei in Israel zur drittstärksten politischen Kraft geworden und im Parlament dem Likud-Block mittlerweile fast ebenbürtig. Ihr Aufstieg bedeutet für das politische System des Landes aus zwei Gründen die bedeutsamste Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte: Zum einen handelt es sich um die stärkste religiöse Partei in der Geschichte Israels, zum anderen aber auch um die erste Partei auf ethnischer Basis, die sich über mehrere Wahlen fest in der israelischen Parteienlandschaft etablieren konnte. Trotz dieses bemerkenswerten Erfolges ist Schas bislang wissenschaftlich kaum untersucht worden. Eine erste Grundlage zur Schließung dieser Lücke bietet diese Arbeit, die die Expansion der Partei durch ein politisches Mobilisierungsmodell zu erklären sucht, das sich an allgemeinere Ansätze zur Erklärung kollektiven Handelns und sozialer Bewegungen anlehnt. Drei Stufen der Mobilisierung unterscheidet der Autor dabei: Eine Gruppe bestimmter Merkmalsträger entwickelt ein Gruppenbewusstsein, das zur Ausbildung einer ethnischen Konfliktlinie führt. Diese Gruppe wird dann durch eine religiöse Elite, die sich über religiöse Autorität beziehungsweise religiöse Symbole legitimiert, politisch mobilisiert. Schließlich institutionalisiert sich die Bewegung und perpetuiert sich durch gesellschaftliche Milieubildung, die durch ein organisatorisches Netzwerk abgestützt wird.
Inhaltsübersicht: Das zweite Israel; Die ethnische Wiedergeburt; Der Aufstieg von Schas; Die Nation der Tora; Das Ideal der radikalen Praxis; Der Schriftgelehrte und der Mystiker; Die wahren Zionisten; Zur Quelle des Geldes: Das Netzwerk.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 2.63 | 2.22 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Felix Gregor Neugart: Die alte Herrlichkeit wiederherstellen. Schwalbach/Ts.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13402-die-alte-herrlichkeit-wiederherstellen_16061, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16061
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
CC-BY-NC-SA