/ 11.06.2013
Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF)
Das Kriegsgeschehen 1999. Daten und Tendenzen der Kriege und bewaffneten Konflikte. Hrsg. von Thomas Rabehl
Opladen: Leske + Budrich 2000; 283 S.; ISBN 3-8100-2647-6Seit 1993 gibt die an der Universität Hamburg angesiedelte AKUF jährlich einen Bericht heraus, der umfassend über die Kriege und bewaffneten Konflikte des Bezugsjahres informiert. Für das Jahr 1999 werden in 48 Einzelberichten die strukturellen Hintergründe und der historische Verlauf der Konflikte erläutert. Die gut gegliederte Einleitung vermittelt einen Überblick über die Tendenzen und Charakteristiken der weltweiten Kriegsereignisse mit ihren regionalen und internationalen Zusammenhängen. Mi...
Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF)
Das Kriegsgeschehen 1999. Daten und Tendenzen der Kriege und bewaffneten Konflikte. Hrsg. von Thomas Rabehl
Opladen: Leske + Budrich 2000; 283 S.; kart., 29,80 DM; ISBN 3-8100-2647-6Seit 1993 gibt die an der Universität Hamburg angesiedelte AKUF jährlich einen Bericht heraus, der umfassend über die Kriege und bewaffneten Konflikte des Bezugsjahres informiert. Für das Jahr 1999 werden in 48 Einzelberichten die strukturellen Hintergründe und der historische Verlauf der Konflikte erläutert. Die gut gegliederte Einleitung vermittelt einen Überblick über die Tendenzen und Charakteristiken der weltweiten Kriegsereignisse mit ihren regionalen und internationalen Zusammenhängen. Mit zahlreichen Quellen- und Literaturhinweisen sowie einer Datenbank (www.sozialwiss.uni-hamburg.de/Ipw/Akuf/home.html) zu allen Kriegen seit 1945 stellt das Jahrbuch eine grundlegende Faktenbasis in Fragen von Krieg und Frieden dar. Für das Jahr 1999 kommt die Arbeitsgemeinschaft zu dem Resümee, "dass die erneut angestiegene Kriegshäufigkeit und die allgemeine 'Verjüngung' des Kriegsgeschehens die bleibende Bedeutung des Phänomens des Krieges zeigen. Betroffen waren unverändert vor allem die Länder der Dritten Welt." (17) Aber auch in Asien sei in den zurückliegenden vier Jahren im Gegensatz zu den anderen Regionen die Anzahl der Kriege kontinuierlich gestiegen und mit dem Kosovo-Konflikt sei der Krieg sogar in Europa eingezogen. Hinsichtlich der Zahl der Todesopfer und der Brutalität der Kriegsführung ragen aber andere Konflikte hervor. "Zu diesen Kriegen zählt beispielhaft der Stellungskrieg zwischen Eritrea und Äthiopien, der in zeitlicher Parallelität zum Kosovo-Konflikt bis zu 100.000 Menschenleben gefordert haben soll, ebenso wie der sierraleonische Bürgerkrieg, in dem zu Beginn des Berichtsjahres binnen weniger Wochen mehrere tausend Bewohner allein der Hauptstadt Freetown aus taktischen Gründen oder willkürlich getötet wurden und eine ähnlich hohe Zahl von Menschen zielgerichtet verstümmelt wurde." (19) Damit sei Krieg weit davon entfernt, eine überkommene Erscheinung des ausgehenden 20. Jahrhunderts zu sein. "Vielmehr deutet alles darauf hin, dass der kriegerische Konfliktaustrag auch in Zukunft ein steter Begleiter gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse bleiben wird." (11)
Aus dem Inhalt: 1. Statistik der Kriege; 2. Der Kosovo-Krieg in Europa; 3. Die Kriege in Afrika; 4. Die Kriege im Vorderen und Mittleren Orient, 5. Die Kriege in Asien, 6. Die Kriege in Lateinamerika; 7. Krieg und bewaffneter Konfliktaustrag in 1999.
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 4.41
Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF): Das Kriegsgeschehen 1999. Opladen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12178-das-kriegsgeschehen-1999_14537, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14537
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Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
CC-BY-NC-SA