/ 12.06.2013
Holger Feist
Arbeit statt Sozialhilfe. Zur Reform der Grundsicherung in Deutschland
Tübingen: Mohr Siebeck 2000 (Beiträge zur Finanzwissenschaft 12); X, 241 S.; Ln., 75,67 €; ISBN 3-16-147464-3Wirtschaftswiss. Diss. München. - In dieser finanzwissenschaftlichen Analyse wird das deutsche Institut der Grundsicherung - konkret: der Sozialhilfe als laufender Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen - primär in allokativer Perspektive - und das heißt mit Blick auf systemimmanente Fehlanreize - betrachtet. Nach einer generellen Darstellung des Sozialhilfesystems behandelt der Autor drei Problembereiche: die Relation zwischen Grundsicherung und (niedrigem) Lohnniveau, unterschie...
Holger Feist
Arbeit statt Sozialhilfe. Zur Reform der Grundsicherung in Deutschland
Tübingen: Mohr Siebeck 2000 (Beiträge zur Finanzwissenschaft 12); X, 241 S.; Ln., 75,67 €; ISBN 3-16-147464-3Wirtschaftswiss. Diss. München. - In dieser finanzwissenschaftlichen Analyse wird das deutsche Institut der Grundsicherung - konkret: der Sozialhilfe als laufender Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen - primär in allokativer Perspektive - und das heißt mit Blick auf systemimmanente Fehlanreize - betrachtet. Nach einer generellen Darstellung des Sozialhilfesystems behandelt der Autor drei Problembereiche: die Relation zwischen Grundsicherung und (niedrigem) Lohnniveau, unterschiedliche Ansätze zur Subventionierung von Arbeitsaufnahme und - am Beispiel der Stadt Leipzig und dem amerikanischen Modell "Wisconsin Works" - Möglichkeiten einer (verpflichtenden) Hilfe zur Arbeit. Das Schlusskapitel setzt sich mit dem Problem einer - durch Niveauunterschiede in den Transfersystemen bedingten - Armutswanderung innerhalb Europas auseinander. Einen wesentlichen Hebel zur Reform des bestehenden Systems sieht der Autor in einer Aufspaltung der Sozialhilfe in ein Programm für arbeitsunfähige Hilfebezieher einerseits und andererseits in eines für arbeitsfähige Hilfebezieher; allein letzteres sollte mit einem differenzierten Instrumentarium von Sanktionen und Subventionen auf eine deutliche Erhöhung der Arbeitsbereitschaft ausgerichtet werden.
Inhaltsübersicht: I. Grundsicherung in Deutschland: Begründung, Ausgestaltung, Probleme: B. Begründung einer staatlichen Grundsicherung; C. Ausgestaltung der deutschen Sozialhilfe; D. Sozialhilfe im Brennpunkt der Diskussion. II. Abstand zwischen Grundsicherung und Arbeitslohn: B. Lohnabstand in Deutschland; C. Lohnabstand und Schattenwirtschaft. D. Ein Lohnabstandsgebot für die Arbeitsfähigen. III. Positive Anreize zur Arbeit durch Subventionen: B. Transferentzug bei Arbeitsaufnahme im Status Quo; C. Bürgergeld als umfassender Reformansatz; D. Arbeitsmarktorientierte Reformansätze; E. Grenzen positiver Anreize zur Arbeit. IV. Möglichkeiten einer Hilfe zur Arbeit: B. Empirische Erfahrungen mit einer Hilfe zur Arbeit; C. Hilfe zur Arbeit als Selektionsmechanismus; D. Vertikale fiskalische Externalitäten bei isolierter Einführung; E. Reform in Richtung einer Hilfe zur Arbeit. V. Grundsicherung im Systemwettbewerb: B. Transferwettbewerb im Modell; C. Grundsicherung und Europäische Integration; D. Wirtschaftspolitische Implikationen zunehmender Mobilität.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.342 | 2.262 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Holger Feist: Arbeit statt Sozialhilfe. Tübingen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13586-arbeit-statt-sozialhilfe_16278, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16278
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
CC-BY-NC-SA