/ 12.06.2013
Bernhard Kotsch
Anwalt der Mitteleuropäer? Deutschland und die Visegrad-Staaten zwischen 1990 und 1996
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 411); 265 S.; ISBN 3-631-36341-9Diss. Chemnitz, Zwickau; Gutachter: B. Neuss. - Bei der Zentralität, die den mittel- und osteuropäischen Staaten in der deutschen Außen- und Europapolitik eingeräumt wird, erstaunt es immer wieder, dass bisher nur eine vergleichsweise überschaubare Anzahl von Monographien zu diesem Themenkomplex vorliegt. Insofern legt Kotsch mit seiner Untersuchung einen wertvollen Beitrag vor, der dazu beiträgt, die vorhandene Lücke ein Stück weit zu schließen. Der Verfasser geht der Frage nach, inwiefern Deut...
Bernhard Kotsch
Anwalt der Mitteleuropäer? Deutschland und die Visegrad-Staaten zwischen 1990 und 1996
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 411); 265 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-631-36341-9Diss. Chemnitz, Zwickau; Gutachter: B. Neuss. - Bei der Zentralität, die den mittel- und osteuropäischen Staaten in der deutschen Außen- und Europapolitik eingeräumt wird, erstaunt es immer wieder, dass bisher nur eine vergleichsweise überschaubare Anzahl von Monographien zu diesem Themenkomplex vorliegt. Insofern legt Kotsch mit seiner Untersuchung einen wertvollen Beitrag vor, der dazu beiträgt, die vorhandene Lücke ein Stück weit zu schließen. Der Verfasser geht der Frage nach, inwiefern Deutschland der vielzitierten Anwaltrolle gegenüber den Visegrád-Staaten in den Jahren 1991 bis 1996 gerecht geworden ist "und ob es dabei zu einer - positiven oder negativen - gegenseitigen Beeinflussung von historischen Lasten und Ausgestaltung des europäischen Einigungsprozesses kam" (17). Hierzu untersucht er zunächst die Bonner Haltung zur Debatte um die Vertiefung und Erweiterung der EG/EU und bemüht sich sodann, den Einfluss der Bundesrepublik auf die Ausgestaltung der Unterstützungsleistungen im Rahmen der Gemeinschaft herauszuarbeiten. Hieran anschließend wird die deutsche Rolle bei der NATO-Osterweiterung dargestellt und erörtert, während der folgende Abschnitt einen Überblick über die bilateralen deutschen Hilfsmaßnahmen gegenüber den Visegrád-Staaten liefert. Im letzten Abschnitt untersucht Kotsch die Regelung historisch belastender bilateraler Probleme zwischen der Bundesrepublik und den drei beziehungsweise vier Staaten. Die Ergebniszusammenfassung wird überzeugend hergeleitet, erscheint aber insbesondere mit Blick auf die deutsche Rolle bei der EU-Osterweiterung angreifbar.
Axel Lüdeke (AL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.21 | 4.22 | 2.62 | 4.3 | 3.7
Empfohlene Zitierweise: Axel Lüdeke, Rezension zu: Bernhard Kotsch: Anwalt der Mitteleuropäer? Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13294-anwalt-der-mitteleuropaeer_15929, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15929
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Dr., Politikwissenschaftler.
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