/ 12.06.2013
Karsten Grabow
Abschied von der Massenpartei. Die Entwicklung der Organisationsmuster von SPD und CDU seit der deutschen Vereinigung
Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2000 (DUV Sozialwissenschaft); XVI, 346 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-8244-4421-6Politikwiss. Diss. HU Berlin; Gutachter: G.-J. Glaeßner, H. Kitschelt. - Der Neubeginn eines demokratischen Parteiensystems in der Wendezeit 1989/90 hatte zahlreiche Facetten. Neben Neugründungen versuchten viele ehemalige Blockparteien der DDR die Verwandlung zu demokratischen Parteien. Nach Zusammenschlüssen untereinander stand für alle Parteien mit Ausnahme der PDS die Vereinigung mit ihren westdeutschen Pendants am Ende dieser Entwicklung und markierte gleichermaßen den Beginn einer neuen Ph...
Karsten Grabow
Abschied von der Massenpartei. Die Entwicklung der Organisationsmuster von SPD und CDU seit der deutschen Vereinigung
Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2000 (DUV Sozialwissenschaft); XVI, 346 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-8244-4421-6Politikwiss. Diss. HU Berlin; Gutachter: G.-J. Glaeßner, H. Kitschelt. - Der Neubeginn eines demokratischen Parteiensystems in der Wendezeit 1989/90 hatte zahlreiche Facetten. Neben Neugründungen versuchten viele ehemalige Blockparteien der DDR die Verwandlung zu demokratischen Parteien. Nach Zusammenschlüssen untereinander stand für alle Parteien mit Ausnahme der PDS die Vereinigung mit ihren westdeutschen Pendants am Ende dieser Entwicklung und markierte gleichermaßen den Beginn einer neuen Phase. Das Strukturmodell, nach dem die neuen Landesverbände aufgebaut werden sollten, kam aus dem Westen. Für die beiden hier untersuchten Parteien CDU und SPD wird dieses Modell mit dem Schlagwort "Volkparteien mit (langsam erodierender) Massenbasis" (33) benannt. Grabow will in dieser Untersuchung herausfinden, wie sehr sich die Organisationen der ostdeutschen Landesverbände den westdeutschen angenähert haben. Als Basis dienen Informationen über Mitgliedschaft und Organisation der Parteien, die eine schriftliche Befragung lokaler Parteiverbände in Ost und West sowie Interviews mit Vertretern von Landesparteien erbracht haben. Die Untersuchung belegt zwar die großen Anstrengungen, die ostdeutsche Parteien unternehmen, um dem westdeutschen Organisationsmodell nahe zu kommen, gleichermaßen aber auch deren Scheitern. Ostdeutsche Parteiverbände haben den Charakter von "Rahmenparteien, dies aber gegen ihren Willen" (257). Mit Blick auf die Entwicklung der Parteien in Westdeutschland konstatiert Grabow schließlich, dass sich die Parteien in West und Ost in Richtung "wahl-professionalisierter Verbände" (307) bewegen. Auch wenn die detaillierte Dokumentation der empirischen Ergebnisse oft nicht gerade übersichtlich ist, bietet dieses Buch doch zahlreiche interessante Einblicke in die Organisationswirklichkeit der politischen Parteien in West und Ost.
Andreas Hallermann (AH)
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
Rubrizierung: 2.331
Empfohlene Zitierweise: Andreas Hallermann, Rezension zu: Karsten Grabow: Abschied von der Massenpartei. Wiesbaden: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13853-abschied-von-der-massenpartei_16605, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16605
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
CC-BY-NC-SA