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/ 20.06.2013
Geert Hendrich

Arabisch-islamische Philosophie. Geschichte und Gegenwart

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2005 (Campus Einführungen); 184 S.; kart., 12,90 €; ISBN 3-593-37583-4
Mit seiner Einführung in die arabisch-islamische Philosophie möchte der als Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Technischen Universität Darmstadt tätige Autor den Europäern ihr „verdrängtes drittes Erbe“ neben dem griechisch-antiken und dem jüdisch-christlichen vorstellen. Dabei schildert er, wie über die frühen Versuche, die Botschaft des Korans und die Gedanken Platons und Aristoteles’ miteinander zu vereinbaren, die islamische Philosophie unter al-Farabi und Ibn Sina einen im Vergleich zum damaligen Europa frühen Höhepunkt erreichte. Komplettiert wird die kompakte Darstellung durch die Darstellung von al-Ghazzalis Philosophiekritik, die soziologisch begründete Geschichtsphilosophie Ibn Khalduns und die gegenwärtigen Versuche heutiger muslimischer Denker, durch den Rückgriff auf das philosophische Erbe eine Antwort auf die Herausforderung durch die Moderne zu finden. Für die aktuellen politikwissenschaftlichen Diskussionen über den Islamismus ist dabei seine Feststellung von Belang, dass die von Islamisten wie Orientalisten gleichermaßen behauptete Einheit von Politik und Religion im Islam eine Folge der Niederlage der Philosophen gegenüber den Rechtsgelehrten im Kampf um die gesellschaftliche Deutungshoheit religiöser Konzepte und damit nicht „dem Islam“ grundsätzlich eigen ist.
Lars Berger (LB)
Dr., Lecturer in Middle Eastern Politics and History, University of Salford.
Rubrizierung: 5.34 Empfohlene Zitierweise: Lars Berger, Rezension zu: Geert Hendrich: Arabisch-islamische Philosophie. Frankfurt a. M./New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24710-arabisch-islamische-philosophie_28553, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28553 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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