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Aus der Annotierten Bibliografie

Transformation der Medien: Fluch oder Segen?
Ausgewählte Kurzrezensionen

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Das Verhältnis von Medien, Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft unterliegt komplexen Wechselbeziehungen, die durch die Entwicklung des Internets und die Verbreitung von Social Media eine weitere Dynamik erfahren haben. Mit dieser Auswahlbibliografie präsentieren wir exemplarisch Analysen zu einzelnen Aspekten und stellen zugleich das eigentliche Thema „Rechtspopulismus und Medien“ in einen breiteren Kontext. Gefragt wird allgemein danach, wie sich die Medienlandschaft durch das Internet verändert hat und wie dies in demokratischer Hinsicht zu bewerten ist. Sehr detailliert stellen Ulrich Dolata et. al. die Entwicklungen für die einzelnen Mediensektoren dar. Eingegangen wird zudem auf das Verhältnis zwischen klassischen Massenmedien und Social Media unter den Bedingungen von Sparzwang, Informationspflicht und Qualitätsanforderungen. Der durch das Internet eingeleitete Wandel sei danach nicht revolutionär, sondern finde als kontinuierlicher Transformationsprozess statt. Außerdem werden empirische Ergebnisse von Untersuchungen über die Mediennutzung und -kompetenz von Jugendlichen sowie über die Rolle von Facebook und Twitter in Protestbewegungen vorgestellt. Während einige Autor*innen mit dem Internet die Hoffnung auf eine Belebung der Demokratie verbinden, bedeutet es für andere eine elementare Gefahr für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Begründet wird dieser Standpunkt mit der engen Verflechtung von Politik, privaten Medienkonzernen und Geheimdiensten.


Julian Assange / Jacob Appelbaum / Andy Müller-Maguhn / Jérémie Zimmermann

Cypherpunks. Unsere Freiheit und die Zukunft des Internets. Aus dem Englischen von Andreas Simon dos Santos

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2013; 206 S.; brosch., 16,99 €; ISBN 978-3-593-39913-3
Das Internet, so stellt der Wikileaks‑Aktivist Julian Assange zu Beginn fest, „hat sich in den gefährlichsten Wegbereiter des Totalitarismus verwandelt, mit dem wir es je zu tun hatten. Das Internet ist eine Bedrohung der menschlichen Zivilisation“ (1). Bei dieser Publikation handelt es sich um die Niederschrift einer Diskussion im März 2012 zwischen Assange, der sich zu dieser Zeit unter Hausarrest befand, und den Netzwerkaktivisten Jacob Appelbaum, Jérémie Zimmermann und Andy...weiterlesen


Günter Bentele / Reinhard Bohse / Uwe Hitschfeld / Felix Krebber (Hrsg.)

Akzeptanz in der Medien- und Protestgesellschaft. Zur Debatte um Legitimation, öffentliches Vertrauen, Transparenz und Partizipation

Wiesbaden: Springer VS 2015; XXVIII, 405 S.; 39,99 €; ISBN 978-3-658-06166-1
Es sind längst nicht nur die sprichwörtlich gewordenen Wutbürger, die Gehör und Beteiligung bei politischen Entscheidungen einfordern. Die Gesellschaft ist insgesamt weniger autoritätshörig und permissiv‑zustimmend. Vertrauen in Entscheidungsträger und Institutionen scheint dabei ein noch knapperes Gut geworden zu sein als die für Mediengesellschaften ebenfalls so wichtige Aufmerksamkeit. Die Autoren des Sammelbandes haben das in höchst unterschiedlichen Bereichen zu spüren bekommen. Neben Studierenden der ...weiterlesen


Ulrich Dolata / Jan-Felix Schrape (Hrsg.)

Internet, Mobile Devices und die Transformation der Medien. Radikaler Wandel als schrittweise Rekonfiguration

Berlin: edition sigma 2013; 382 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-8360-3588-0
Ulrich Dolata und Jan‑Felix Schrape stellen eine Frage, die eigentlich ein Gemeinplatz geworden ist: Wie haben die immer noch neu genannten Kommunikations‑ und Informationsmöglichkeiten durch das Internet die Medienlandschaft verändert? Sehr stark, möchte man antworten und damit das Buch wieder aus der Hand legen. Allerdings lohnt sich ein zweiter Blick, denn den Herausgebern ist es gelungen, Analysen zu sammeln, die detailreich den einzelnen Sektoren der öffentlichen Medienlandschaf...weiterlesen


Marianne Kneuer / Saskia Richter, unter Mitarbeit von Melanie Rudolph

Soziale Medien in Protestbewegungen. Neue Wege für Diskurs, Organisation und Empörung?

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2015; 234 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-593-50300-4
Dynamische Prozesse lassen sich oft schwerlich aus der Gegenwart heraus beurteilen. Entsprechend scheuen Politikwissenschaftler dieses oft, schließlich könnte aus der Retrospektive wenige Jahre später etliches als Makulatur erscheinen. So verhält es sich auch mit der Welle von Protesten, die seit 2008 große Teile Nordamerikas, Europas und des arabischen Raumes erfasst hat. Es könnte durchaus sein, dass all die Bewegungen in einem inneren Zusammenhang zueinander stehen und ...weiterlesen


Eduardo Cintra Torres / Samuel Mateus (Hrsg.)

From Multitude to Crowds: Collective Action and the Media

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2015 (Passagem 8); 267 S.; 51,95 €; ISBN 978-3-631-66802-3
Die Beiträge dieses Bandes gehen in interdisziplinärer Perspektive der Frage nach, welche Rolle unterschiedliche Formen von (Massen‑)Medien und deren Anwendung für die Bildung, die Aufrechterhaltung und den Erfolg sozialer Bewegungen spielen. Medien, und hier insbesondere die sozialen Netzwerke, so betonen die Herausgeber in ihrer Einleitung, kommt dabei nicht bloß eine Berichtsfunktion zu – vielmehr tragen sie entscheidend zu Sensibilisierung, Rekrutierung und Mobilisierung von (potenziellen) Anhänger_innen bei und erlauben auch auf die ...weiterlesen


Laszlo Trankovits

Die Nachrichtenprofis. Warum Qualitätsjournalismus für unsere Demokratie unverzichtbar ist (dpa)

Frankfurt a. M.: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Buch 2015; 292 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-95601-112-2
Die Nachricht als Grundlage des professionellen Journalismus ist nach Ansicht von Laszlo Trankovits in Gefahr. In seinem Buch schildert der langjährige dpa‑Journalist die Folgen für eine demokratische Gesellschaft, die den Wert der nüchternen, relevanten Nachricht und ihrer Produzenten – die professionellen Journalisten – nicht mehr erkennt, respektiert und finanziert. Ein, durchaus auch hausgemachtes, Problem dabei sei die zunehmend geringe Glaubwürdigkeit und das fehlende Ansehen des journalistischen Berufsstandes, so seine Ansicht, das sich ...weiterlesen


Jörg Baberowski / Robert Kindler (Hrsg.)

Macht ohne Grenzen. Herrschaft und Terror im Stalinismus

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2014; 223 S.; kart., 19,90 €; ISBN 978-3-593-50164-2
Der Stalinismus war eine der blutigsten Herrschaftsformen des 20. Jahrhunderts, ihm fielen Millionen von Menschen zwischen 1927 und 1953 zum Opfer. Der Despot war auf Furcht, Terror und Willkür angewiesen, um seine Herrschaft auszuüben, denn „die Allmacht ist zugleich die größte Schwäche der Despotie: Ohne die Erzeugung von Furcht und Schrecken könnte sie nicht überleben“ (7). Der Sammelband versammelt Vorträge, die zwischen 2011 und 2012 im Rahmen einer Ringvorlesung des Lehrstuhls Geschichte Osteuropas und der Bundesstiftung zur ...weiterlesen


Peter Weingart / Patricia Schulz (Hrsg.)

Wissen – Nachricht – Sensation. Zur Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien

Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2014; 421 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-942393-80-5
Das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist so komplex wie spannungsreich. So steht etwa einerseits die Unabhängigkeit der Forschung und Lehre als demokratischer Grundsatz fest, andererseits gibt es spezifischen Druck seitens der Öffentlichkeit auf das wissenschaftliche Teilsystem der Gesellschaft, sich zu legitimieren. Als Vermittler fungieren die Medien, die wiederum selbst besonderen Konfliktdynamiken unterliegen. Um diesen komplexen Wechselwirkungen auf den Grund zu gehen, werden in diesem Band erste Ergebnisse der ...weiterlesen


 

Zusammengestellt von:

Anke Rösener

Erschienen am:

20. März 2017

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