Portal für Politikwissenschaft

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von: Logo
Portal für Politikwissenschaft
Osterstraße 124 | 20255  Hamburg 

Digirama

Zwischen Dschihad und dem Wunsch nach Freiheit
Die Lebenssituation junger Menschen in der arabischen Welt

Fragt man, warum sich junge Menschen islamistischen Ideologien hingeben und sich radikalisieren, wird immer wieder die Bedeutung nicht nur der individuell-religiösen Motive, sondern auch die Rolle der sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen hervorgehoben. Dazu zählen in erster Linie Fragen der Bildung und Ausbildung. Die Perspektivlosigkeit youth centre 1420627 1280der Jugend – die Mehrheit der Bevölkerung in den arabischen Ländern ist jünger als 25 Jahre – ist ein ernstes und dauerhaftes Problem. Von Belang sind ebenso die (fehlenden) Möglichkeiten für politische Partizipation und gesellschaftliche Anerkennung, die (mangelhafte) Wahrung der Menschenrechte und die (wenigen) Chancen auf wirtschaftliche und persönliche Freiheit. Mit diesem Digitalen Panorama haben wir Informationen über die Lebenswirklichkeit der arabischen Jugend zusammengetragen. Auffallend ist eine Publikationswelle kurz nach Ausbruch des Arabischen Frühlings, auf die wir unter anderem mit ausgewählten Kurzrezensionen aus der Annotierten Bibliografie hinweisen. Was aus den Hoffnungen, Forderungen und Erwartungen junger arabischer Männer und Frauen in den Jahren nach der Arabellion, die im Winter 2010 in Tunesien ihren Anfang nahm, geblieben ist, zeigen die Ergebnisse einiger Umfragen. Ergänzt wird die Übersicht durch Zeitschriftenaufsätze und Online-Publikationen über einzelne Länder.

1. Daten und Fakten aus Umfragen
2. Artikel, Aufsätze und Berichte
3. Kurzrezensionen aus der Annotierten Bibliografie

 

1. Daten und Fakten aus Umfragen

ASDA’S Burson-Marsteller
Arab Youth Survey 2016
http://www.arabyouthsurvey.com/en/home
Seit acht Jahren führt die Die Kommunikationsagentur ASDA’s Burson-Marsteller jährlich eine Umfrage unter 3.500 Jugendlichen im Alter von 18 bis 24 Jahren aus 16 Ländern des Mittleren Osten und Nordafrikas durch. Ziel ist es, empirisch gestützte Erkenntnisse über Lebenslagen und Einstellungen der arabischen Jugend einem breiten Interessentenkreis und insbesondere Institutionen und Einrichtungen der politischen Praxis zur Verfügung zu stellen.

Einige Ergebnisse der Umfrage aus dem Jahr 2016:
Der IS wird als stärkste Herausforderung in der Region gesehen, die Mehrheit der arabischen Jugend lehnt ihn ab; ein Viertel von ihnen macht fehlende Arbeitsplätze und Chancenlosigkeit für dessen wachsenden Zulauf verantwortlich. Als Zeichen der Ernüchterung in Bezug auf den Arabischen Frühling ist der Befund zu sehen, dass Sicherheit und Stabilität für die Mehrheit der Jugendlichen wichtiger sind als Maßnahmen zur Demokratisierung. Zwar halten mehr als zwei Drittel von ihnen die Forderung nach persönlicher Freiheit und Wahrung der Menschenrechte für zentral, jedoch sinkt die Bereitschaft, sich dafür einzusetzen; mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist der Meinung, die Religion habe einen zu großen Einfluss auf die Politik. Unterstrichen wird die zentrale Rolle der digitalen Medien, so ist das Internet die wichtigste Quelle zur Informationsbeschaffung und für den Austausch. Wunschheimat der meisten Jugendlichen sind mit 22 Prozent die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von den USA und Deutschland.


Julie De Jong / Mansoor Moaddel
Trends in Values among Saudi Youth: Findings from Values Surveys
The Journal of the History of Childhood and Youth, Volume 6, Number 1: 151-164; Winter 2013
http://muse.jhu.edu/article/506435/pdf
http://www.mevs.org/pubs/abs/1279/ (Abstract)
Die Autoren vom Michigan Population Studies Center der University of Maryland, Department of Sociology, haben nationale Umfragedaten aus den Jahren 2003 und 2011 ausgewertet. Thematisiert werden Einstellungen über Geschlechterrollen, über Fragen der persönlichen und gesellschaftlichen Identität, über das Verhältnis zwischen Politik und Religion sowie Meinungen über Demokratie und die westliche Welt. Auch wenn die Aufbruchbewegungen in Saudi-Arabien schwächer gewesen seien als in der übrigen Region, schreiben De Jong und Moaddel, sei es falsch anzunehmen, das Königreich sei gesellschaftlichem Wandel gegenüber immun.


Mansoor Moaddel / Stuart A. Karabenick / Arland Thornton
The Youth, Emotional Energy, and Political Violence: The Cases of Egypt and Saudi Arabia
2011, Harvard Dataverse hdl:1902.1/16080, Harvard Dataverse, V1, UNF:5:wrYU2ZQweWmANx0FwRrDcA==
https://dataverse.harvard.edu/dataset.xhtml?persistentId=hdl%3A1902.1/16080
Es handelt sich um eine Umfrage unter saudischen und ägyptischen Jugendlichen im Alter von 18 bis 25 Jahren zu verschiedenen soziopolitischen und kulturellen Themen. Unter dem angegeben Link können die Daten sowie der Fragebogen mit Kodierung abgerufen werden.


United Nations Development Programme (UNDP), Regional Bureau for Arab States
Arab Human Development Report 2016: Youth and the prospects for human development in changing reality
New York 2016
http://www.arabstates.undp.org/content/rbas/en/home/library/huma_development/arab-human-development-report-2016--youth-and-the-prospects-for-/
Dieser UNDP-Bericht informiert umfassend und detailliert über die Lebensbedingungen der arabischen Jugend. In acht Hauptkapiteln geht es neben der Beschreibung der gegenwärtigen sozioökonomischen Herausforderungen unter anderem um Fragen der familiären und sozialen Identität, um Bildung, Gesundheitsversorgung, die gesellschaftliche Stellung der Frauen sowie um Migration, Mobilität und Exklusion. Außerdem finden sich länderbezogene Analysen über die Folgen von Krieg und Terror für die junge Generation. Der Bericht versteht sich als Appell an die politisch Verantwortlichen, die Jugendlichen ins Zentrum jedweder wirtschafts- und sozialpolitischer Programme zu rücken. Gefordert ist ein auf die Region zugeschnittenes ganzheitliches Entwicklungsmodell, das der Bedeutung der Jugend als effektive Change Agents gerecht wird.


2. Artikel, Aufsätze und Berichte


Mina Al-Oraibi
A new generation of Arabs are changing the status quo
Artikel in der Reihe Global Agenda des World Economic Forum, 21. Januar 2016
https://www.weforum.org/agenda/2016/01/how-young-people-can-shape-a-better-future-for-the-arab-world/
Die Autorin ist Senior Fellow am Institute for State Effectiveness (ISE) in Washington und Mitglied des Global Agenda Council on Global Governance des Weltwirtschaftsforums. Sie beleuchtet die Lebensrealität der jungen Generation in der MENA-Region und appelliert auch an deren Verantwortung für die Ausformung moderner nationaler Identitäten.


Mina Al-Oraibi / Clare Lockhart
The Arab world must invest in its greatest asset – young people
Artikel in der Reihe Global Agenda des World Economic Forum, 20 December 2016
https://www.weforum.org/agenda/2016/12/the-arab-world-s-challenge-empowering-young-people-today-for-a-better-tomorrow
Die beiden Wissenschaftlerinnen vom Institute for State Effectiveness (ISE) heben in diesem Kurzbeitrag die Notwendigkeit zur Förderung und Integration der jungen Generation hervor, diese stelle ein hohes Gut für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wiederbelebung der arabischen Welt dar.


Steffen Angenendt, Silvia Popp
Jugendarbeitslosigkeit in nordafrikanischen Ländern. Trends, Ursachen und Möglichkeiten für entwicklungspolitisches Handeln
SWP-Aktuell 2012/A 34, Juni 2012, 8 Seiten
https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2012A34_adt_pop.pdf
Aufgezeigt werden das Ausmaß und die politischen Risiken der Jugendarbeitslosigkeit in Nordafrika, verbunden mit Empfehlungen für die deutsche und europäische Entwicklungszusammenarbeit: „Die Jugendarbeitslosigkeit in Nordafrika ist ein vielschichtiges Problem, das sich einfachen Lösungen entzieht. Gefragt sind ebenso differenzierte wie abgestimmte kurz- und langfristige Hilfsmaßnahmen, die sowohl geringer als auch besser qualifizierten jungen Arbeitslosen zugutekommen. Ansatzpunkte müssen der generelle Mangel an Arbeitsplätzen und die unzureichende Ausbildung der Jugendlichen sein. Die jungen Menschen brauchen Chancen – nicht zuletzt im Rahmen von Migrationsprogrammen.“


Muriel Asseburg / Heiko Wimmen
Die bittere Ernte des Arabischen Frühlings. Transformation, Elitenwandel und neue soziale Mobilisierung
SWP-Studien 2015/S 22, Berlin Dezember 2015
http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2015S22_ass_wmm.pdf
Als Reaktion auf die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings wurden in Ägypten, Jemen, Libyen und Tunesien Transformationsprozesse eingeleitet, die eine „neue politische Ordnung schaffen sollten“. Die Autoren untersuchen aus akteurszentrierter Perspektive die vorläufigen Resultate dieser Entwicklungen.
Der Bericht ist im Rahmen des 2015 abgeschlossenen Forschungsprojektes „Arabische Eliten und soziale Mobilisierung“ der Stiftung Wissenschaft und Politik entstanden. Weitere Informationen und Publikationen aus diesem Projekt:
https://www.swp-berlin.org/projekte/abgeschlossene-projekte/arabische-eliten-und-soziale-mobilisierung/einfuehrung/


Abdeslam Badre
Wird die arabische Jugend in naher Zukunft die Früchte des „Frühlings“ ernten können?
Perspectives on Youth – 2. Ausgabe: Verbundenheit und Abkopplung, 2016
http://pjp-eu.coe.int/documents/1017981/9025386/23_pdfsam_POY-2-DE-WEB.pdf/9aa56d13-2c57-49dd-b4a7-9570f53d8819
Der marokkanische Sozialwissenschaftler beschreibt die Jugendarbeitslosigkeit nicht als Spiegel der gegenwärtigen Wirtschaftslage, sondern als dauerhaftes strukturelles Problem unter den Bedingungen von Missmanagement, Korruption, wirtschaftlicher Ungleichheit und sozialer Ausgrenzung. Er betont die anhaltende Frustration der Jugendlichen und fordert eine ganzheitliche Strategie zur sozialen Integration. „Wenn man sich um die gesellschaftlichen Bedingungen der Jugend kümmert“, so der Autor, „werden junge Menschen zu einer wertvollen Quelle für Humankapital und zu einer Verbrauchermacht der wirtschaftlichen Produktion, die die Gesamtproduktivität in einer Region der Welt verbessern würde, in der die Kapitalbildung begrenzt ist. [...] Auf dem Höhepunkt des Arabischen Frühlings gab es viel Gerede in vielen angrenzenden Staaten, dass die Jugend eine wichtige Ressource sei, die die Zukunft repräsentiere. Nun ist es an der Zeit, eine ehrgeizige Vision umzusetzen, um diese Generation in den Mittelpunkt der Entwicklung in dieser Region zu stellen.“

Die Reihe „Perspektives on Youth“, in der dieser Beitrag erschienen ist, ist ein Projekt des Europarates. Unter dem folgenden Link ist der gesamte Band 2 einsehbar:
https://book.coe.int/eur/en/perspectives-on-youth/6813-perspectives-on-youth-2-ausgabe-verbundenheit-und-abkopplung.html


Daniel-Dylan Böhmer
Saudische Jugend zwischen Dschihad und Twitter
Bericht auf welt.de vom 12.01.2016
http://www.welt.de/politik/ausland/article150900448/Saudische-Jugend-zwischen-Dschihad-und-Twitter.html
Die Situation der Jugend in Saudi-Arabien betrachtet Böhmer als „Schicksalsfrage des Landes“, denn die Mehrheit der Bevölkerung ist jünger als 30 Jahre und Jugendarbeitslosigkeit ein großes Problem. Ein Bedürfnis nach Revolution lasse sich nicht ausmachen, vielmehr eine Generation konservativer Reformer. Viele Jugendliche „wollen mehr öffentliches Leben, sie wollen mehr Transparenz. Aber kaum jemand“, so der Saudi-Arabien-Experte Sebastian Sons im Interview, „will den Staat als solchen ändern. Wenn sie die Lage kritisieren, berufen sie sich dabei oft auf die moralischen Ansprüche des islamischen Denkens."


European Centre for Development Policy Management (ECDPM)
Youth employment in fragile countries
GREAT Insights Magazine - Volume 6, Issue 1; February/March 2017
http://ecdpm.org/great-insights/youth-employment-fragile-countries/#
In dieser Ausgabe des monatlichen Magazins des European Centre for Development Policy Management wird das Problem der Jugendarbeitslosigkeit aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Der regionale Schwerpunkt liegt auf afrikanischen Ländern.


IJAB Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Wirkungen von internationalem Jugendaustausch auf Demokratie und Zivilgesellschaft
Bonn 2015.
https://www.ijab.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/Doku_Nordafrikakonferenz_2015_FINAL_01.pdf
Dokumentiert wird eine multilaterale Konferenz, die vom 27. – 30. November 2015 in Bonn unter Teilnahme von Fachkräften der Jugendarbeit aus Ägypten, Marokko, Tunesien und Deutschland abgehalten wurde. Erörtert wird die Rolle des internationalen Jugendaustausches für die Entwicklung der Zivilgesellschaft sowie die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Gestaltung solcher Programme. Die Studie schließt mit konkreten Empfehlungen für die jugendpolitische Praxis.


Stéphanie Jacob
So sucht Marokkos Jugend die Politiker von morgen
Bericht auf welt.de vom 25.06.16
http://www.welt.de/politik/ausland/article156463253/So-sucht-Marokkos-Jugend-die-Politiker-von-morgen.html
Die L’Economiste-Journalistin berichtet über eine NGO, die junge Menschen für Politik begeistern will. Sie stellt die Arbeit der 2011 während des Arabischen Frühlings gegründeten Internetplattform „Tariq Ibnou Ziyad Initiative (Tizi)“ vor, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, potenzielle Führungskräfte zu erkennen und politischen Nachwuchs zu fördern. Für die Autorin ist das Engagement von Tizi „ein unbestreitbares Zeichen für den Wandel in der zukünftigen Politik Marokkos“.


Maysa Jalbout
Education Plus Development. Unlocking the potential of educated Arab women
Brookings, Blog “Girls-Edu’”, Thursday, March 12, 2015
https://www.brookings.edu/blog/education-plus-development/2015/03/12/unlocking-the-potential-of-educated-arab-women/
In diesem Blogbeitrag geht es speziell um die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Die Autorin führt aus, dass eine höhere Bildung den Frauen nicht automatisch bessere Arbeitsmöglichkeiten sichert. Daher, so die Forderung, sollten Bildungsinvestitionen mit der Abschaffung jeglicher Barrieren gegen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt gekoppelt werden.


3. Kurzrezensionen aus der Annotierten Bibliografie


Dagmar Filter / Eva Fuchs / Jana Reich (Hrsg.)

Arabischer Frühling? Geschlechterpolitiken in einer Region im Umbruch

Freiburg: Centaurus Verlag 2013 (Feministisches Forum – Hamburger Texte zur Frauenforschung 5); 353 S.; 24,80 €; ISBN 978-3-86226-193-2
Die Autor_innen der Beiträge werfen unterschiedliche Schlaglichter auf den Zusammenhang von Geschlecht und Arabischer Revolution. In ihrem einleitenden Beitrag formuliert Eva Fuchs den für diese Perspektive zentralen, weil zunächst kontraintuitiv wirkenden Befund: „In den meisten Ländern des ‚Arabischen Frühlings’ sind die Geschlechterverhältnisse durch eine patriarchale Struktur und Tradition geprägt [...]. Frauen waren und sind jedoch massiv an den revolutionären Prozessen be...weiterlesen


Julia Gerlach (Hrsg.)

Wir wollen Freiheit! Der Aufstand der arabischen Jugend

Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2011; 200 S.; kart., 16,95 €; ISBN 978-3-451-33253-1
Die Journalistin und Islamwissenschaftlerin Gerlach hat den Arabischen Frühling in Kairo miterlebt. Beinahe minutiös schildert sie die bewegenden Ereignisse. Mehrere Faktoren kamen ihr zufolge zusammen: Wut über Korruption und Perspektivlosigkeit, Facebook und Twitter als ideale Mobilisierungsmedien, die Idee des gewaltfreien Kampfes, Schulungen einzelner Aktivisten in Serbien sowie die freie Berichterstattung auf Al Jazeera. Zum Erfolg habe aber letztlich die lagerübergreifende Zusammenarbeit v...weiterlesen


Jörg Gertel / Rachid Ouaissa (Hrsg.)

Jugendbewegungen. Städtischer Widerstand und Umbrüche in der arabischen Welt

Bielefeld: transcript Verlag 2014; 399 S.; kart., 19,99 €; ISBN 978-3-8376-2130-3
Die Stimmen der arabischen Jugendlichen und die Frage nach ihrer Identität stehen im Mittelpunkt des Sammelbands. „Die Lebenswelten der Jugendlichen im urbanen Raum der arabischen Welt sind zwischen Alltag und Widerstand weit gespannt“ (13) – diese Kernaussage belegen die Autorinnen und Autoren in ihren Aufsätzen. Johannes Frische etwa sieht die tunesische Jugend zwischen „prekärem Alltag und kollektiver Mobilisierung“ (98). Unter dem Regime Ben Alis kam es laut Frische zu einer „Entfremdung zwischen den Generationen“ (100), die Jugendlichen ...weiterlesen


Tahar Ben Jelloun

Arabischer Frühling. Vom Wiedererlangen der arabischen Würde. Aus dem Französischen von Christiane Kayser

Berlin: Berlin Verlag 2011; 128 S.; 10,- €; ISBN 978-3-8270-1048-3
In seinem Essayband, der aus drei Teilen besteht, gibt der in Marokko geborene Schriftsteller kenntnisreiche Einblicke in die seelische Verfasstheit der revoltierenden Menschen in der arabischen Welt. Während Ben Jelloun im ersten Teil auf die aktuellen Ereignisse des arabischen Frühlings eingeht, schildert er im zweiten Teil in Form einer Novelle die existenziell bedrückende Situation vieler arabischer Jugendlicher. Am Beispiel eines jungen Tunesiers, dessen Selbstverbrennung zum Fanal für die ...weiterlesen

 

Zusammengestellt von:

Anke Rösener

Erschienen am:

6. März 2017

Suchen...