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Thema: Frankreich 2017 – Wählen im Ausnahmezustand

Wird alles gut?
Frankreich nach dem ersten Wahlgang. Ein Kommentar

Nach vorläufigem amtlichem Endergebnis sind das die Prozentzahlen des Sonntages: 23,9 – 21,4 – 19,9 – 19,6 – 6,3. Sie dokumentieren den Zieleinlauf Macron WahlplakatDer Sieger im ersten Wahlgang muss dem Rechtspopulismus jetzt politisch überzeugende Konzepte entgegenstellen. Foto: Matthias Lemkeder fünf aussichtsreichsten Kandidat*innen im ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahl 2017: Macron – Le Pen – Fillon – Mélenchon – Hamon. Emmanuel Macron und Marine Le Pen bestreiten somit die Stichwahl am 7. Mai. Damit hat sich bewahrheitet, was Demoskopen bereits seit gut zwei Monaten angekündigt haben, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen. Denn die Mehrheit der Umfragen hat die Kandidatin des rechtsextremen Front National Marine Le Pen durchgängig vor dem parteiunabhängigen, als sozial-liberal eingeschätzten Kandidaten Emmanuel Macron gesehen, obschon dessen Bewegung „En marche“ innerhalb von zwölf Monaten mehrere zehntausend Anhänger*nnen hat gewinnen können. Dass es jetzt anders gekommen ist und die Rechtspopulistin in der Wählergunst doch nicht ganz oben steht, hat viele Kommentatoren zunächst beruhigt. Doch mit solch einer Beruhigung würde man es sich ob des Ergebnisses zu einfach machen. Denn die Wahl am Sonntag war eine überaus besondere, in dieser Konstellation nie dagewesene, die zu einer differenzierten Betrachtung auffordert. Deutlich machen lässt sich dies an drei Aspekten. (1) Scheitern der Etablierten: Nie zuvor in der Geschichte der Fünften Republik sind im ersten Durchgang einer Präsidentschaftswahl die Vertreter beider etablierten Lager gescheitert.
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Thema: Putins Russland

Russian Angst
Über die postsowjetische Seele

Russian AngstDas Panorama der politischen Kultur Russlands schildert Thomas Franke als eines, das von Angst, Unfreiheit, Indoktrination, Rassismus und Gewalt gezeichnet ist. Während einige weiterhin für ein freies Leben in einer Demokratie arbeiten, haben sich andere scheinbar mit dieser postsowjetischen Realität angefunden oder sind gar bereit, diese zu verteidigen. Und so ist die Gesellschaft von Angst geprägt – und diese Angst werde von Putin und seiner Clique gebraucht, um mächtig zu bleiben: „Angesichts des Versagens bei der Modernisierung der Wirtschaft und Gesellschaft wären ihre Tage sonst gezählt.“
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Thema: Rechtspopulismus und Medien

Die Erfolgsrezepte der Rechtspopulisten
Diskursive Annäherungen anhand der Beispiele Schweiz und Niederlande

Warum gelingt es rechtspopulistischen Parteien in Europa, Wähler*innen zu mobilisieren und öffentliche Debatten zu beeinflussen? Zwei Bücher geben mit Blick auf erfolgreiche Populisten Aufschluss: Marius Hildebrand erklärt in seiner Dissertation „Rechtspopulismus und Hegemonie“ ausAmsterdam ProtestFrauen demonstieren gegen den Rechtspopulismus, Amsterdam. 20. Januar 2017.
Foto: Guido van Nispen (Wikimedia Commons)
diskursanalytischer Perspektive die Erfolge der Schweizerischen Volkspartei (SVP), wobei er die besondere Rolle von Christoph Blocher berücksichtigt. Anhand konkreter Ereignisse schildert er, wie Blocher persönlich den Aufstieg der SVP von einer bäuerlich-kleinbürgerlich geprägten Klientelpartei mit höchstens regionalem Einfluss zu einer bedeutsamen politischen Kraft mit nationaler Breitenwirkung umsetzte. Auch André Krause arbeitet in seiner Dissertation „Rechtspopulismus im Spiegel der niederländischen Presse“ den Einfluss einzelner populistischer Persönlichkeiten und die Bedeutung ihrer biografischen Erfahrungen heraus. In den Mittelpunkt der Analyse medialer Diskurse stellt er die beiden Rechtspopulisten Pim Fortuyn und Geert Wilders, wobei deutlich wird, dass deren politischer Aufstieg durch eine grundlegende Änderung der politischen Kultur in den Niederlanden begünstigt wurde. Hildebrand und Krause begreifen den Rechtspopulismus als ein politisches Phänomen, das entschlüsselt und beantwortet werden kann.
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Rezension

In Parlamenten arbeiten
Eine ethnografische Studie

Die Qualität politischen Handelns hängt entscheidend vom Tun der politischen Akteure ab. Während aber viele Parlamentarier*innen ein positives Bild ihres Berufsstandes zeichnen, betrachtet die Öffentlichkeit das politische Treiben mitunter kritisch. Jenni Brichzin untersucht die Tätigkeiten von Abgeordneten deshalb detailliert, acht von ihnen hat sie in ihrem Arbeitsalltag begleitet. Die ethnografisch-rekonstruktive Herangehensweise ermöglicht es ihr dabei, eine nur schwer zugängliche soziale Sphäre analytisch zu durchdringen und eine komplexe Sicht auf die Realität der Parlamentsarbeit einzunehmen.

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Die Annotierte Bibliografie

Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweitere Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

SIRIUS

Strategic Foresight
Die Zukunft antizipieren

Strategische Vorausschau wird zunehmend in Politik und Wirtschaft nachgefragt. Der Beitrag liefert einen Überblick über die gängigsten Methoden dieser Form der Zukunftsanalyse. Die Autoren konzentrieren sich dabei auf methodische Anforderungen, die Kategorisierung unterschiedlicher methodischer Ansätze, die Bewertung von deren Stärken und Schwächen sowie die Identifikation relevanter Anwendungsfelder. Zudem widmen sie sich der Problematik der Ableitung von Handlungsempfehlungen und diskutieren die Sinnhaftigkeit strategischer Vorausschau zur Entscheidungsunterstützung.

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