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Thema: Rechtspopulismus und Medien: Das Ringen um Deutungshoheit

Vom Sagen-Können
Wie der Wandel in der Mediennutzung den Rechtspopulismus begünstigt

characters lautsprecher blau 1394743 640 pixabayIn der Auseinandersetzung mit dem Populismus wurde die Bedeutung der „sozialen“ Medien lange unterschätzt. Tatsächlich ermöglichen sie einen neuen Kampf um die gesellschaftliche Deutungshoheit – und damit um die Zukunft des demokratischen Zusammenlebens. Nicht zuletzt der Wahlsieg von Donald Trump offenbarte ein unheilvollen Zusammenwirken von wirtschaftlichem Niedergang der klassischen Medien, dem Aufstiegs der „sozialen“ Medien und dem Erstarkens eines rechtspopulistischen Antiliberalismus. Dirk Burmester beleuchtet in seinem Essay diese Zusammenhänge eingehend und erklärt, warum die neuen Medien rechtspopulistische Tendenzen deutlich begünstigen. Hatten die etablierten Medien die Grenzen des Sagbaren verteidigt, bietet das Internet Resonanzräume für all jene, die sich im medialen Mainstream nicht wiederfinden. Zwar sei nicht jedes Forum, in dem sich Gleichgesinnte austauschen, eine Echokammer mit eingebauter Radikalisierungstendenz, doch wäre beispielsweise der rasante Aufstieg der AfD ohne die digitale Vernetzung sich ideologisch nahestehender Bürger kaum denkbar, so Burmester. Er plädiert für eine geteilte Verantwortung, etwa durch einen von Unabhängigkeit, Verlässlichkeit und Transparenz geprägten Journalismus auf der einen sowie einer erhöhten Medienkompetenz und der Bereitschaft zur Zivilcourage im Netz auf der anderen Seite.

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Thema: Radikalisierung

Wie wir uns schützen können
Zum Umgang mit dem Terror

Wie ist mit dem Terrorismus umzugehen, der vom IS ausgeht? Florian Peil stellt in seinem Buch „Terrorismus“ ebenso wie Philippe-Joseph Salazar in „Die Sprache des Terrors“ diese Frage in den Mittelpunkt der Analyse. Aus der professionellen Sicht eines Sicherheitsexperten beschreibt Peil die Ziele der Terroristen und deren daraus ableitbare Vorgehensweisen, gibt eine Einschätzung der aktuellen Bedrohungslage in Europa sowie praktische Anleitungen zum Verhalten bei Terroranschlägen und mahnt zur höheren Wachsamkeit. Sein Ziel ist es, den Menschen die Angst zu nehmen, indem er Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, um dem Gefühl der Machtlosigkeit entgegenzuwirken. Der Philosoph Salazar setzt sich mit der ausgefeilten Rhetorik des IS auseinander.
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Thema: China und die globalisierte Welt

Ist der „Osten“ für Afrika der bessere „Westen“?
Das Projekt „AFRASO“ erforscht die Interaktionen zwischen Afrika und Asien

China in Afrika – dieses Thema erhitzt die Gemüter seit einigen Jahren. Bereits 2008 wurde in Frankfurt eine Konferenz mit dem programmatischen Titel „China in Africa – who benefits?“ organisiert. Es war klar: So einfach, wie in der Presse oft dargestellt, ist diese Frage nicht zu beantworten, denn Chinas Engagement ist vielschichtiger und komplexer als das postulierte Straßenszene in Südafrika. Screenshot aus dem AFRASO-Film "Just another Chinese Guy"„neokoloniale“ Auftreten, dass die angeblich selbstlosen Entwicklungsprogramme des Westens konterkariert. So wurde und wird immer wieder behauptet, China sei in erster Linie an den Ressourcen des Kontinents und seinen Absatzmärkten interessiert, ohne Rücksicht auf die politischen Systeme oder den Erhalt der Umwelt. Seit 2013 wird mit dem Projekt „Afrikas Asiatische Optionen“ (AFRASO) an der Goethe-Universität Frankfurt die Vielzahl der Interaktionen zwischen Afrika und Asien konkret untersucht. Schnell hat sich gezeigt, dass relativ unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit auch andere asiatische Länder Afrika „entdeckt“ haben und dort zum Teil eine wichtigere Rolle als China spielen. Bemerkenswert ist, dass sich die Beziehungen nicht immer unbedingt auf zwischenstaatlicher Ebene etablieren, sondern durch reisende und handelnde Akteure geprägt werden: vietnamesische Arbeiter in Angola, philippinische Lehrkräfte in Äthiopien, westafrikanische Händler in Bangkok oder Jakarta.
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Rezension

Radikalisierter Rassismus
Wie der NSU entstand

Matthias Quent trägt mit seiner Dissertation zur Aufklärung über die Radikalisierung des Rechtsextremismus bei, die in den Morden des NSU kulminierte. Bislang sei die Frage, welchen sinnstiftenden Rationalitäten diese Terrorgruppe gefolgt sei, nicht ausreichend beantwortet. Quent entwirft daher ein Pyramidenmodell der Radikalisierung, mit dem auch die Bedeutung der Sympathisanten berücksichtigt wird. Begründet wird, warum die Taten des NSU als vigilantistischer Terrorismus, der sich rassistisch rechtfertigt, zu deuten sind.

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Die Annotierte Bibliografie

Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweitere Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: Frankreich 2017

Ideologie der Ausgrenzung
Marine Le Pen und der FN

Renaud Dély charakterisiert in „La vraie Marine Le Pen. Une bobo chez les fachos“ die rechtsextreme Kandidatin für das Amt des Präsidenten als eine nur vordergründig volksnahe Politikerin. Sein Blick hinter die Kulissen des Familienunternehmens Front National zeigt zudem, dass sie nach dem Parteiausschluss ihres Vaters die Partei lediglich modernisiert, nicht aber in ihren fremdenfeindlichen und anti-republikanischen Aussagen verändert hat. Le Pen habe damit den Nationalismus – fotogen, modern, mediengerecht – auf die Bühne der französischen Politik zurückgeholt.
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